Der Jungfrau-Vollmond heliozentrisch

Mondphasen (Aquarell)

Es geht weiter mit der Erforschung des heliozentrischen Horoskops. Allerdings müssen Richard Alpert und alle Widder-Sonnen noch etwas warten, denn ich schiebe hier aus aktuellem Anlass den Jungfrau-Vollmond (18.3.22) ein und möchte dieses irdische Ereignis einmal von der kosmischen Seite aus betrachten – was eher paradox anmutet, da aus der Perspektive unseres Schöpfers und Lebensspenders (Sonne) die Trabanten der Bruderplaneten des galaktischen Systems – wie hier die Phasen des Mondes – keine Rolle spielen. Dabei dreht sich in diesen Erdentagen kurz vor der Tagundnachtgleiche gerade alles um den Jungfrau-Vollmond, der sich als „Spannungsherrscher“ ganz allein gegen die Energie von neun Planeten behaupten darf oder auch muss. Eine scheinbar (!) unausgewogene, schwierige und gefährliche Stellung – für den Mond mit diesem von der Urlichtquelle geliehenen Licht, für das Gefühlsleben, für das Volk, für Mutter Natur und das irdische Leben im Allgemeinen, das von diesem gespiegelten Licht abhängt bzw. noch abhängig zu sein scheint. Denn nichts ist so, wie es scheint in diesen Zeiten.

Zuerst das Wichtigste zum geozentrischen Vollmondhoroskop – dann schalte ich um auf das heliozentrische, das Sonnenhoroskop, denn wir wollen uns ja im SONNE-SEIN üben, den Blickwinkel eines übergeordneten Schöpferbewussteins einnehmen und unsere Mitschöpferkraft verantwortlich einsetzen mit kreativem Denken und rechtem Handeln.

Das Aspektbild geozentrisch

Hier fällt sogleich die große, rot-blaue scheinbare ‚Drachenfigur’ auf, die wegen ihrer Viereckstruktur Sicherheit und Stabilität vermuten lässt bei einer Fülle an Substanz und Talenten. Doch der Schein trügt. Es ist keine Drachenfigur – auch wenn es sich viele AstrologInnen wünschen und den Orbis für ihre Berechnungen sehr weit gefasst haben. Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Ich habe mich auch zuerst optisch täuschen lassen und dann die Orben der Huber-Schule, mit denen ich arbeite, überprüft. Doch die obige Zeichnung ist korrekt und kann mit der Aspektbild-Methode gedeutet werden. Die viereckige Figur mit der blauen Umrandung macht von außen betrachtet zwar einen soliden, kompakten Eindruck, doch der Schein trügt. Es fehlt die blaue innere Querverbindung und damit die innere Substanz und Stabilität. Geben wir zu, wir hätten diese Qualitäten gerne als großes Menschheitszentrum, um der allgemeinen Verunsicherung dieser Zeit auf der inneren Ebene etwas entgegensetzen zu können. Damit schwanken wir allerdings zwischen dem, was ist, und unserem erbauten Luftschloss, dem Zustand, den wir uns erhoffen und ersehnen. Genau diese ambivalente Haltung ist hier angezeigt und darf von uns immer wieder hinterfragt werden.

Die blau-rote Figur besteht aus zwei Ambivalenz-Dreiecken, die sich wie zwei große blaue ‚Flügel‘ rechts und links neben dem inneren Vollmond-Lichtstrahl, der roten Oppositionslinie, befinden. Diese Figur zeigt einen zwiespältigen, spannungsreichen, unausgereiften Zustand, eine schwankende Haltung, ein Hin- und Herpendeln zwischen dem, was ist, und dem, was vielleicht sein sollte oder was man sich erwünscht – ein Luftschloss, einen Drachen oder Friede-Freude-Freiheit-Eierkuchen, einen schönen Einheitsbrei. Es ist ein Ringen um die Wahrheit, um Meinungen und Sichtweisen, ein Hin- und Hertaktieren. Nach außen zeigt man sich freundlich und gaukelt anderen eine heile Welt vor (blauer Rahmen), und die gewaltigen Konflikte im Innern (rot) werden mit aller Macht (Pluto) verborgen, kontrolliert und in Schach gehalten.

Auch Neptun trägt durch seine Verbindung zum Mondknoten und dem Mond zur Verstärkung der ambivalenten Haltung bei. Die Menschen sehnen sich so sehr nach Frieden und Freiheit, und Neptun liefert uns die Bilder und Gefühle in der Phantasie und Vorstellung frei Haus. Wir lassen die Friedenstauben steigen, schöpfen Frieden in der Meditation und in der Vorstellung… Doch erscheint das Leben in der Realität des Alltags weiterhin anstrengend aufgrund der nicht enden wollenden Reglementierungen, Verbote und Verordnungen.

Auch die Jupiter-Merkur-Konjunktion trägt eher mehr als weniger zur allgemeinen Verunsicherung bei durch eine Fülle an verwirrenden und gegensätzlichen Informationen aus den Medien, viel Klatsch und Tratsch und Lärm und reißerische ‚Fakenews‘ – das Volk diskutiert endlos und setzt seiner Phantasie keine Grenzen… diese Meinungen, jene Meinungen… diese Strömungen, jene Strömungen. Wer hört noch wirklich zu auf der menschlichen Ebene, fühlt sich ein, kann den anderen verstehen oder gar sich selbst verstehen?

Die blaue Umrandung strahlt Ruhe aus, kann aber auch in Sturheit ausarten, wenn eine Seite mit aller Macht und kompromisslos auf ihrer Wahrheit, Meinung oder Sichtweise beharrt. Das rote langschenkelige Kreuz im Inneren offenbart einen tiefgreifenden Konflikt und erfordert höchste Wachsamkeit, Aufrichtigkeit, dazu den Mut und den Willen, sein eigenes „Lebenskreuz“ auf sich zu nehmen, die Kräfte des Vertikalen wie des Horizontalen in seiner Mitte zu vereinen.

Dazu gibt es noch zwei dynamische rote Striche (Quadrate), die die Figur im oberen Bereich durchkreuzen, die einen doppelten ‚Strich durch die Rechnung machen‘, die jemandes Pläne durchkreuzen und verhindern wollen. Das losgelöste Uranus-Venus-Quadrat weist auf auf eine andere Dimension, in der das Denken in Polaritäten nicht mehr existiert. Dieses höhere galaktische, kosmische Bewusstsein, kann nur durch eigenes Ringen um Erkenntnis erreicht werden. Für diesen Bewusstseinssprung muss die persönlich erlebte Venusenergie – die Begegnungs- und Liebesfähigkeit und auch die Denkkraft – entpersönlicht werden. Es darf nicht mehr abgegrenzt und künstlich geteilt werden in dein und mein (… Besitz, Liebe, Beziehung, Werte). Alle Anhaftungen müssen erkannt und gelöst werden. Es geschieht bereits, da es zum kosmischen Plan gehört: Wer diesen geistigen Weg konsequent bis zum Ende geht, wird aus allen festen Beziehungen herausmutieren. Übrigens ist es eine sehr kopflastige Aspektfigur mit einer heiß umkämpften inneren Mitte, die nicht hält, was sie vorgibt zu sein, dafür Chaos, Lüge und Angst verbreitet. Doch wir sind gut vorbereitet.

Wer genau hinschaut, sieht, dass dieses Venus-Uranus-Quadrat den ganzen 4. Quadrant (die Häuser 10 bis 12) umfasst, versperrt oder verbirgt, die übergeordnete, überpersönliche Wahrheit mit dem wahren, schöpferischen Seinspotenzial der Menschheit oder des wahren Menschen. Was sich zeigt, ist eben nur der Schein, und der trügt, verwirrt und macht blind für das Wahre. Hier wird Uranus einen mächtigen Quantensprung initiieren, damit die verdrängte Wahrheit (Uranus in 12) ans Licht kommen kann.

Der Jungfrau-Vollmond (geo)

Wie kann sich ein genügsamer, bescheidener Jungfrau-Mond in so einer herausragenden Position fühlen und selbst wahrnehmen geschweige denn ‚behaupten‘?? Er wird von der Sonne voll beschienen und strahlt in seiner vollen runden Form. Doch ist das wirklich wahr? Wir sehen immer nur die eine Seite, während die andere im Schatten liegt. Der Mond, der Inhalt unseres Unbewussten, scheint für den Moment des Vollmonds kurz auf und kann erkannt werden. Fürchtet die Jungfrau nicht gerade dieses im Rampenlicht stehen, dieses Wichtigsein und Königsein – einfach so, unbeabsichtigt, ohne Nachweis ihrer Tüchtigkeit? Ist nicht genau das ihr Schatten? Wie fühlt sich ein Volk in dieser Position? Wie fühlst du dich? Und welche Möglichkeit haben wir, im 5. Haus der Kreativität und Lebenslust schöpferisch und lustvoll zu wirken im Angesicht der Fische-Sonne und des Fische-Stelliums?

Der Jungfrau-Vollmond zeigt in seiner Stellung als Spannungsherrscher eine sehr instabile Gefühlssituation, steht stark unter Druck, kann sich in dieser Lage erschöpft, hilflos, verunsicht fühlen (Opp. Neptun), bedroht und missbraucht (Trigon Pluto), allein gelassen. Der Mond als Sammelbecken unserer übernommenen Gefühlsprogramme und instinktiven Reaktionen kann sich in dieser Stellung weder wehren noch seine Wünsche und Bedürfnisse verwirklichen (Vollmond auf der Kreativitätsachse im 5. Haus). Er kann nur den Schein wiedergeben. Er kann nur re-agieren, nicht agieren. Das heißt, wir (die Menschen, das Volk) haben hier genug mit uns selbst zu tun, um in unserer Mitte zu bleiben und das innere Gleichgewicht zu halten und zu stärken, ein gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln und zu bewahren.

Reise des Stiers ins Jenseits (Öl auf Papyrus)

Mein Equinox-Traum

Drei Tage vor der Tagundnachtgleiche habe ich einen Traum von den Gleichgewichtssteinen. Es ist eine Lernsituation. Ich nehme an einem Ritual mit drei Schamanen teil. Die Männer sind meine älteren Brüder, Medizinmänner und Schamanen. Sie hantieren mit großen und kleinen Steinen, nehmen sie von einer Stelle weg und legen sie auf eine andere; sie stapeln zwei drei Steine übereinander und gleichen wieder alles aus. Zuerst bin ich nur ein Zuschauer und lerne von ihnen, unausgewogene Zustände zu verändern, um das Gleichgewicht halten und je nach Gefühlslage erneuern zu können. Dann darf ich den Ausgleich selbst vornehmen und werde darin unterwiesen.

In einer anderen Szene wird auf einen bevorstehenden großen Umzug hingewiesen. Dazu werden bestimmte Standorte und Häuser mit Steinen besonders markiert. Hier wohnen Menschen, die wegen ihrer Taten für das Allgemeinwohl geehrt werden. Die Menschen besorgen immergrüne Tannenzweige und stecken sie in die Erde. An einer Stelle können wir nichts einpflanzen, da der Bürgersteig (!) mit Steinen zugepflastert ist. Hier suchen wir eine Stelle zum Aufbrechen. (Traum „Gleichgewichtssteine“ vom 17.3.2022 um 5.20 h Brilon)

Meine Deutung: Nicht nur unsere Taten, sondern vor allem auch unsere Sichtweise, unsere Standpunkte und Motivation tragen entscheidend zum äußeren Weltgeschehen bei. Wir lernen sowohl durch lebenslange konkrete Erfahrungen als auch durch Erkenntnis, die in einem einzigen Augenblick stattfinden kann. Das werden wir sehr schön im heliozentrischen Horoskop sehen. Jeder Einzelne kann bei einer aus dem Gleichgewicht geratenen Situation etwas hinzufügen, etwas beitragen, einen Gleichgewichtsstein wegnehmen oder hinzufügen oder aus Freimaurersicht  lernen, sich selbst in das Gefüge des ganzen Bauwerks einzufügen, seinen rechten und würdigen Platz einzunehmen im Plan von Mutter Erde. Indem wir die sind, die wir sind, halten wir das Gleichgewicht – in uns, denn jeder ist verantwortlich für seinen Platz, für sein Leben. Wo befindet sich unsere „zugepflasterte“ Stelle – die alte Wunde (Chiron)?  

Wir sind die schöpferischen Baumeister und fügen uns, fügen uns ein, nehmen von der einen Seite (unseres Steins) etwas weg und fügen es der anderen hinzu, um auch richtig, an der rechten Stelle und im rechten Format hineinzupassen. Wer eigenverantwortlich zu sich steht und eine klare Haltung zeigt, wird sich behaupten können.

Der Stein und der 7. Strahl (Aquarell)

AS und MC

Der Aszendent und das Medium Coeli befinden sich (für Deutschland) in Erde-Zeichen. Es geht um unsere eigenen inneren Werte, unsere Gaben und Talente, um unser Selbstvertrauen und unsere innere Erleuchtungssubstanz (Stier). Authentizität ist angesagt, damit niemand an unserer Identität zweifeln kann, uns niemand unsere Krone nehmen kann. Vortäuschen, anderen etwas vorspielen, das ist nicht unsere Sache, das überlassen wir den tanzenden Puppen und Marionetten unserer Regierungs-Laiendarsteller (10. Haus Steinbock). In unserem Bereich handeln wir eigenverantwortlich, bewahren unsere Werte, nutzen unsere Ressourcen und lassen unser LICHT leuchten! Wir lassen es aus unserm Herzen, unserem inneren Sonnenzentrum ausstrahlen. Wir sitzen als Buddhas unter dem Bodhibaum der Erleuchtung – komme, was da wolle, und lassen uns durch keine Horrormeldungen oder –szenarien aus der Ruhe bringen.

Der MC im Zeichen Steinbock zeigt weiterhin ein strenges Reglementieren mit Gesetzen und Verordnungen (Saturn) sowie einen großen Machtanspruch, denn Pluto hat nicht nur Aspekte zum Mond und zur Sonne, sondern steht auch im 10. Haus des herrschenden Systems und bildet zusammen mit Saturn, Venus und Mars eine elitäre Clangemeinschaft, wo jeder auf seiner Meinung beharrt, Recht behalten und vor allem Macht will. Hier zeigen sich die Tiermenschen mit ihren wahren Ambitionen… Gewaltausbrüche und Machtmissbrauch inbegriffen.

Das Sabische Symbol für den Vollmond

Es zeigtauf 28° Jungfrau folgendes Symbol: „Ein kahlköpfiger Mann, der Macht an sich gerissen hat.“

An dieser Stelle des Tierkreises befinden wir uns kurz vor der Tag- und Nachtgleiche, dem Ende eines sechsmonatigen Zyklus der Individualisierung, wo eine Entscheidung und Transformation angenommen und durchgestanden werden muss. Es ist eine Zeit, wo veraltete Ordnungsstrukturen von politischer, religiöser oder kultureller Art radikal und schonungslos herausgefordert werden. In dieser für die Evolution notwendigen Situation steigen „niederreißende Persönlichkeiten auf, ergreifen die Macht und diktieren Beschlüsse, die die gesellschaftlichen Strukturen verändern“ (Dane Rudhyar). Das zeigt die Macht der Persönlichkeit in Zeiten, die nach einer Entscheidung und Transformation verlangen.

Ich denke an Nietzsches Übermensch. Nietzsche hatte seinen Radix-Mars auf 28° Jungfrau, bei Osama Bin Laden ist es der Jupiter, und bei van Gogh und Sigmund Freud befindet sich der IC, die Himmelstiefe, auf diesem Grad. Wir sehen uns hier also der nicht aufschiebbaren Notwendigkeit (Saturn in 10 Quadrat Uranus) gegenüber, diese Entscheidung und Transformationen anzunehmen und uns der Macht des Willens zu beugen – sei es des göttlichen, des exekutiv-menschlichen oder des satanischen Willens (Saturn/Mondknoten „Die Begegnung mit dem Tod“)

Erst nach der Krise oder Katharsis können wir uns darum bemühen, das erneuerte Bewusstsein wieder in Übereinstimmung zu bringen mit der Ur-Offenbarung von der Wahrheit des Menschen. Erst danach können wir mit dem „Plan des Menschen“, der eine archetypische Kraft ist, wieder Kontakt aufnehmen und die dazugehörige Macht in uns entfalten. Ich ahne, dass dieser Plan sich im heliozentrischen Horoskop verbirgt und wir intuitiv damit in Kontakt treten können…

Betrachten wir nun das heliozentrische Planetenbild des irdischen Vollmond-Moments und gestatten wir uns, die dahinter stehende Absicht des Universums zu erkennen.

Herzensneigung

Das heliozentrische Vollmondhoroskop

Was seht ihr intuitiv aus dem Bauch heraus? Welche Struktur zeigt sich energetisch? Was hat sich verändert?

Vorgeprägt durch den Traum vom Ausgleichen sehe ich sofort die schräg verlaufende Venus-Uranus-Oppositionsachse (rot) als Schwebebalken oder Waage. Auf jeder Waagschale, an jedem Ende, steht ein kleines, dreifarbiges Lerndreieck auf der Spitze – diese sehe ich als zwei abstrahierte, aufrecht stehende, aufgerichtete Schlangen bzw. Königskobras, die kurz davor sind, sich zu treffen… ihre polaren Kräfte zu vereinen – in der Vereinigung der Polaritäten – was beim Menschen im Stirn-Chakra, dem Dritten Auge geschieht. Dieses gleichnishafte Bild entspricht dem heiligen Merkurstab, einem meiner ersten Eitempera-Bilder. Wenn Plus- und Minuspol der Lebenskraft sich oben in der Mitte treffen und vereinen, gibt es den kosmischen „Kurzschluss“, und dieses „Aufblitzen“ wird Erleuchtung genannt. Das entsteht durch die Verbindung von Merkur und seiner höheren Oktave, dem Uranus.  Auch das Merkursymbol leitet sich vom Kundlini-System ab, dem Wechselspiel der yin- und yanghaften Schlangenenergien, die sich im menschlichen Sein erkennen und vereinen wollen.

Merkurstab (Eitempera auf LW, 1993)

An den rot-grünen Spitzen der kleinen Dreiecke stehen Merkur und Saturn. Zwischen diesen beiden Planeten, dem galaktischen Merkur und dem galaktischen Saturn, spielt sich der große SHIFT ab, die Vereinigung der Gegensätze im Bewusstsein des Planeten Erde und der Menschheit. Aus dem oben erwähnten Venus-Uranus-Quadrat ist hier eine Venus-Uranus-Opposition geworden – Beachte: die SONNE ist die Mitte! – und ein unvollständiges T-Quadrat oder Leistungsdreieck erscheint, das allerdings heliozentrisch ein Impulsdreieck ist, durch das sich der geistige Wille ausdrückt und den Impuls zur rechten Handlung (das Quadrat) gibt. Die Opposition zeigt keinen inneren Konflikt (Gegensätze wie innen + außen existieren hier nicht), sondern entspricht einem geistigen Kraft- oder Lichtstrahl, der sich selbst durch Willenskraft aufladen und erneuern kann. Der IMPULS geht durch alle fixen Zeichen (um 18° fix), was von großer Bedeutung ist, der heiligen Ordnung und dem kosmischen Plan entspricht.

Diese Spanne zwischen Merkur und Saturn erforsche ich nun. Wann und wo findet aus der Sicht der Sonne diese Konjunktion statt? Ich switche etwas umher zwischen geo- und heliozentrischen Horoskopen (ich habe ja kein astrologisches Super-Programm sondern ’nur‘ astro.com zur Verfügung (DANKE dafür!). Und siehe da – heliozentrisch findet diese galaktische Konjunktion auf 18° Wassermann statt – in Zeit und Raum findet auf einer anderen Ebene auf Planet Erde (geozentrisch) die Tagundnachtgleiche statt, am 20. März 2022 um 21.25 h (für Brilon). Zu diesem Zeitpunkt habe ich meinen ersten Blog zum heliozentrischen Horoskop veröfentlicht, nach langem Prüfen und Ringen um Reife und Verwirklichungskraft.

Mystisches Liebesdreieck (Aquarell)

Zum Merkur- oder Caduceusstab (Laya-Stab oder Ashvatta) zitiere ich hier aus der Geheimlehre von Helena Blavatsky:

Der Stamm des ASHVATTA (des Baumes des Lebens und Seins, der STAB des Caduceus) entspringt und steigt herab bei jedem Anbeginn (jedem neuen Manwantara) aus den beiden dunklen Schwingen des Schwanes (HANSA) des Lebens. Die beiden Schlangen, die ewig lebende und ihre Illusion (Geist und Materie), deren zwei Häupter aus dem einen Haupt zwischen den Schwingen herauswachsen, steigen die Stämme entlang herab, in enger Umarmung verschlungen. Die beiden Schwänze verbinden sich auf der Erde (im geoffenbarten Weltall zu einem, und dies ist die große Täuschung, o Lanu!“

H.P.Blavatsky Die Geheimlehre

Der eine feinstoffliche Kanal ist abwärts gerichtet und verursacht die Entwicklung vom Geist in den Stoff, hier fließt die Schlangenkraft (Kundalini oder Shakti) in Form einer Lemniskate durch die Lebenszentren nach unten. Über den anderen feinstofflichen Kanal steigt die Schlangenkraft spiralförmig durch die Zentren nach oben. Dies entspricht dem „Rückweg“ von der Materie zum Geist.

Vereinigung der Gegensätze

So liegt die zu bewältigende Aufgabe für uns auf der irdischen Ebene in der Opposition, in der Verschmelzung der Gegensätze Fische-Jungfrau im Bewusstsein:

Wirklichkeit & Realität, Sein & Schein, Ordnung & Chaos, Religion & Wissenschaft, Glaube & Zweifel bzw. prüfendes Hinterfragen, Verschmelzung & Distanz, Reinheit des Fühlens & Reinheit des Denkens, entpolarisierend & polarisierend  (positiv-negativ).

DAS BIST DU

DAS BIST DU – TAT TVAM ASI

Mein Sosein spiegelt sich im Sosein des anderen.

Ich bin ein anderes Du.

Wie innen, so außen, usw.

Die äußere Welt ist ein Spiegel meiner/unserer inneren Welt.

Was haben du und ich = wir gemeinsam? Was sagen wir uns? Was erkennen und erfahren wir miteinander? Und was tun wir füreinander?

Hier kommt die höhere Verantwortung der Erde-Jungfrau-Qualitäten ins Spiel (siehe Blog vom 20.2.22 Teil 1).

Was haben Jungfrau und Fische gemeinsam – an Motiven, Erfahrungen, Erkenntnissen, Idealen und Zielen?

Jungfrau und Fische gehören zu den beweglichen, veränderlichen Zeichen und sind mit dem Prinzip der Veränderung und Wandlung auf diesem Planeten vertraut. Dazu gehören Erfahrungen von Unbeständigkeit, von wechselnden Beziehungen, Umständen und Bedingungen, von schwankenden Gefühlslagen, Gedanken des Zweifelns und Hinterfragens. Sie sind beweglich und flexibel in ihrem Denken, anpassungsfähig, offen, verständnisvoll und hilfsbereit. Sie werden durch Liebe und Gefühl motiviert, führen ein Leben in dienender Hingabe für die Menschheit (Fische) durch analytische Arbeit am Detail und der Entwicklung von Unterscheidungsfähigkeit (Jungfrau).

Gemeinsam ist ihnen das Ideal der Selbstlosigkeit (der Bodhisattvagedanke), ihr Dienst am Nächsten, ihr liebevolles Verständnis für die Leiden der Menschen, ihre Sensitivität und ihr Mitempfinden, ihr Streben nach höchster Vervollkommnung, nach Erkenntnis und höherem Wissen, ihr fürsorgliches Empfinden und soziales Verantwortungsbewusstsein, ihre Arbeit am Selbst und im bzw. auch mit dem metaphysischen Bereich.

Beide Tierkreisarchetypen wollen die Welt der physischen Energien und Formen überschreiten, die Ursache des Leidens beseitigen. Beide sind auf der Suche nach überpersönlichen und hohen ethischen Werten, beide suchen nach Wegen und Methoden, um das Leid zu beenden, und beide sind durch das Band der Liebe mit allen Lebewesen verbunden. Und wenn sie erkannt haben, dass das Selbst die Ursache allen Leidens ist, streben sie nach der Überwindung und Transzendierung des Selbst – die Jungfrau durch Disziplin und Arbeit, die Fische durch Hingabe. Beide sind höchst empfänglich für die Impulse und den höheren Plan der Seele aus dem Inneren.

Dank des Vollmonds wird diese Thematik jetzt sichtbar und erkennbar. Wir ernten, was wir gesät haben. Wir erfahren das Prinzip des Ausgleichs. Wir lernen, durch Liebe zu verstehen und durch Weisheit zu erkennen. Wir erkennen unsere Beziehung zu allem, was ist. Wir bleiben innerlich ausgerichtet auf unsere Mitte, bleiben in der Ruhe und im Gleichgewicht.

eure Sundra /Mechthild

Balance of Independence (Öl auf Bütten)

Quellen zum heliozentrischen Horoskop: Heidi Treier und Sibylle Sulser „Das heliozentrische Horoskop“, astronova, Tübingen, 2014 – Huber: „Aspektbild-Asgtrologie“, API-VerlagAdliswil/Zürich, 1999 – Hans-Hinrich Taeger „Astro-Energetik“, Papyrus Verlag, 1987

Das heliozentrische Horoskop – Teil 1

Geozentrisches Weltbild vs. heliozentrisches Weltbild
Niko Lang, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Quelle: File:Geoz wb de.jpg

Die Sonne sein

Die Sonne sein – solares BewusstSein – was heißt das eigentlich? Da ist die Sonne, der ältere Bruder, der Archetyp des Schöpfers und Lebensspenders – und da sind noch neun weitere Geschwister in dieser Galaxie, die um den älteren ihre Bahn ziehen. Unser Heimatplanet ERDE ist einer von diesen neun kreisenden Sonnentrabanten. Was sie verbindet, ist das Band der Liebe.

Wir gehen in der geozentrischen Astrologie von der Sonne als Persönlichkeit aus, doch die geistig ausgerichteten Planeten jenseits von Saturn fordern von uns ein Loslassen von alten Identifikationen, von emotionalen und mentalen Fixierungen und Vorstellungen.

Ich möchte euch heute das heliozentrische Horoskop vorstellen, in dem die Sonne im Mittelpunkt steht und die Erde aufgrund ihrer Position (gegenüber der Radix-Sonne) unsere höhere Verantwortung für diesen Planeten definiert.

Ein Angebot für Menschen, die ein höheres Bewusstsein anstreben.    

Die Planeten als Sonnentrabanten

Der Planet Erde steht im heliozentrischen Horoskop immer in Opposition zur Stellung der Sonne im Radix (geozentrisch). Beim heliozentrischen Weltbild befindet sich die Sonne im Zentrum (des Sonnensystems) während alle anderen Planeten, Kleinplaneten oder Kleinkörper sie umkreisen. Das entspricht den tatsächlichen Gegebenheiten. Wir schauen aus dieser Sonnenperspektive den Planet Erde immer in exakter Opposition zum Stand der Sonne im Radix. Beispiel:

Jemand, der mit einer Sonne im Wassermann geboren ist, ‚erblickt’ im heliozentrischen Kosmogramm (aus der solaren Perspektive) den Planeten Erde über das Zeichen Löwe. Bei der Achse Löwe-Wassermann geht es um das höhere Bewusstsein, das sich aus dieser zur Einheit verschmolzenen Gegensatzspannung ergibt, um die lebendige Synthese von Feuer- und Luftqualitäten, von Ich- und Gruppenbewusstsein, von persönlicher und transpersonaler Liebe.

Beim Vergleich von geozentrischem und heliozentrischem Horoskop stellen wir fest, dass die langsam laufenden Planeten von Jupiter bis Pluto meist in ihren geozentrisch ermittelten Zeichen bleiben. Lediglich die persönlichen Planeten, die unserer Sonne am nächsten sind – Merkur, Venus, Erde und Mars, stehen beim heliozentrischen Horoskop in anderen Zeichen und erhalten durch diese eine andere Färbung als im Radix. Auch die Phasen der Rückläufigkeit entfallen, die Planeten bewegen sich immer vorwärts, so wie es den Tatsachen entspricht.

Der Mond wird im heliozentrischen Horoskop nicht eingezeichnet, denn er ist ja ein Trabant, ein ‚Diener der Erde’ und kein Planet. Im Programm von astro.com wird er allerdings zusammen mit dem Symbol der Erde  dargestellt. Diese erweiterte Perspektive ermöglicht es uns, unseren Heimatplaneten Erde als einen von vielen Sonnentrabanten zu begreifen. Da sich die Erde/Mondposition im heliozentrischen Weltbild immer genau gegenüber von der Sonnenposition des geozentrischen Horoskops befindet, erkennen wir über die Position der ERDE unsere höhere Verpflichtung für den Erdenplan über das gegenüberliegende Energiefeld des Sonnenzeichens. Mit der Erde in diesem Zeichen werden wir zum Dienst für den kosmischen Plan für das gesamte Sonnensystem und darüber hinaus gerufen.

Galaktisches

Wir schalten jetzt um vom Mikrokosmos zum Makrokosmos, lösen unseren geozentrisch subjektiven Blick von unserem kleinen irdischen Konfliktkreis (Ententeich), und richten ihn in die Weiten des Alls, auf den galaktischen Ozean, unsere Milchstraße. Unser Sonnensystem ist Teil dieser Galaxie und liegt am äußeren Rand eines kleineren Spiralarms, der das Zentrum der Milchstraße, das Galaktische Zentrum mit einer Geschwindigkeit von rund 900.000 Stundenkilometern (rund 250 km/s) in ca. 240 Millionen Jahren umfliegt.

   Wir können uns das Galaktische Zentrum (G.Z.) als ein riesiges Schwarzes Loch von Antimaterie vorstellen oder als eine schwarze Supersonne mit intensiv absorbierenden, anziehenden und gleichzeitig ausstrahlenden Kräften. Diese giganto-galaktische Supersonne verbindet alle Sterne und Sternensysteme unserer Galaxie zu einem sinnvollen Ganzen: die Milchstrasse.

Wir finden das Galaktische Zentrum auf dem südlichen Sternenhimmel zwischen dem Sternbild des Skorpion und des Schützen. Man erkennt den rötlichen Stern Antares über dem südlichen Horizont. Links davon befindet sich die Mitte unserer Galaxie, das Herz unserer Welt, das identisch ist mit unserer eigenen Mitte. Die Maya nennen dieses galaktische Herz Hunab Ku, das heißt „Der eine Spender von Bewegung und Maß“, auch das „Nichts“… der Ich Bin, der Ich binder Eine mit den vielen Namen... der Eine, über den nichts gesagt werden kann
Hunab Ku – das G.Z. –beschreibt die Mitte von allem, was existiert.

Deine innere Mitte und meine innere Mitte und die innere Mitte

von jedem Menschen sind miteinander verbunden.
Genauso sind wir verbunden mit der Mitte von jedem Tier, jeder Pflanze,
darüber hinaus mit der Mitte des Planeten Erde, mit der Mitte unserer
Sonne und mit der Mitte der Galaxie.
All das ist Hunab Ku.

Johfra: Schütze

Im Tierkreis finden wir das Galaktische Zentrum zurzeit auf 27°09’ im Schütze, dem Zeichen des Bogenschützen oder Zentauren. Auch die Position des G.Z. fügen wir in das heliozentrische Horoskop ein. Im Zeichen Schütze erhebt sich der Mensch über seine niedere Natur, wandelt sich vom Tiermensch zu einem nach dem höchsten Bewusstsein strebenden spirituellen Wesen. Durch Selbsterkenntnis, Meditation, Bewusstseinsschulung und Schattenarbeit lösen wir uns schrittweise von unseren materiellen, seelischen und mentalen Fixierungen und Projektionen, lassen unsere Identifikation mit dem Körper, der Persönlichkeit, dem erdverhafteten Ego los. In der so entstehenden Leere kann das universale Selbst als ursprünglicher Lichtfunke aufflammen und sich ausbreiten.

Aus der Mitte unserer Galaxie kommen unentwegt mächtige Impulse, die durch die gesamte Galaxie gehen. Diese Mitte ist für uns die zentrale Quelle aller Energie und allen Lichts. Sie existiert als Licht in jedem Bewusstsein und verbindet alles mit allem. Darum fügen wir auch die Position des G.Z. in das heliozentrische Horoskop ein.

Neumond 2.3.22 heliozentrisch

Und darum wundert es mich nicht, im heliozentrischen Horoskop des irdischen Neumonds vom 2.3.2022 den Planeten Mars in Konjunktion mit dem G.Z. im Zeichen Schütze zu finden – genau zu dem Zeitpunkt auf dem Planeten Erde, wo das Tierische im Menschen wieder ‚mehr’ will, mehr Land, mehr Menschen vereinnahmen, absorbieren will. Doch gleichzeitig ist auch vermehrt das Licht da – hier im Horoskop in Form eines Lichtstrahls und eines Lichtschwertes – die zwei blauen Strich-Aspekte zwischen oben und unten. Doch wir haben die Wahl und wir haben das Lichtschwert in der Hand. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die Konflikte und Spannungen richten, bleiben wir im persönlichen Bereich auf der niederen, dichtesten, materiellen Ebene verhaftet. Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere Mitte, auf das Zentrum des Lichts und der Liebe, werden die Früchte der Harmonie um uns herum sichtbar.

Schaut in euer Radix, in welches Haus oder Feld der Tierkreisgrad von 27°-28° Schütze fällt, welchen Lebensbereich die galaktische Mitte aktiviert… schaut nach und erspürt, wo das „Schwarze Loch“ in euch unendlich ‚hungrig’ ist und absorbieren, aussaugen, vereinnahmen will… und wo dieser leere Raum gleichzeitig ein unendliches Reservoir von reinem Licht und von unerschöpflicher, bedingungsloser Liebe ist, die frei fließt, ohne jemals zu versiegen. Dazu folgendes Zitat:

 „Im GZ ist die unendliche Dunkelheit, denn das Schwarze Loch ist unendlich schwarz. Gleichzeitig ist es auch unendlich hell, denn im Schwarzen Loch ist unendlich viel Licht gespeichert. Von außen ist es unendlich schwarz, von innen jedoch unendlich hell. Von außen ist es unendlich „hungrig“ und saugt alles in sich hinein, von innen enthält es eine unendlich Fülle.“

 Anabela Cudell  

Solares Bewusstsein

   Mein erster Lehrer, Hans-Hinrich Taeger, legte uns Anfang der Achtziger Jahre die Forschungsarbeit mit dem heliozentrischen Horoskop (Kollektivkarmagramm) ans Herz, nachdem er uns mit der Astroenergetik und der spirituellen Astrologie die Grundlagen für die Betrachtung des geozentrischen Horoskops (Individualkarmagramm) vermittelt hatte.

Sundra Heliozentrisch 13.3.47 (Taeger-Formular von 1982)

In unserem geozentrischen Geburtsbild (Radix) steht der Planet Uranus für blitzartig auftauchende Erkenntnis, die aus der geistigen Sonne des höheren Selbst und ihrem Freiheitsimpuls stammt. Freiheit ist sein Urimpuls, Freiheit im Stofflichen, im Seelischen und im Geistigen. Seine entmaterialisierenden Kräfte wirken nur auf den niederen, dichten Ebenen zerstörerisch (Uran, Radioaktivität), auf den höheren Ebenen weitet er im Geistigen das Bewusstsein des Menschen ins Kosmische und Supramentale (Sri Aurobindo). Uranus erschließt uns auch das große Gebiet der Kosmosophie, Astrosophie und Alchemie. Darum ist Uranus im Geburtsbild auch ein Indikator für Bewusstseinswandlung, -erhöhung und -erweiterung, ebenso bezeugt er ein begnadetes Talent für die Symbolsprache der Sterne. Er ist der kosmische Alchemist des Wassermann-Zeitalters.

Um in das galaktische Bewusstsein des Uranus hineinzuwachsen, ist es notwendig, dass wir im Bewusstsein mit dem Sonnenselbst verschmelzen, dem solaren Ich Bin, unserer solaren Heimat und Quelle des Lichts. Wir fühlen die Sonne in unserem Herzen als allumfassende Liebe, als Bewusstsein von allem, was ist. Als Krone der Schöpfung sind wir durchdrungen vom höheren Plan des geistigen Sonnenfeuers. Wir sind die Gottessaat, göttliche Funken und Sonnenblitze, wir sind komisches Bewusstsein und grenzenlose Seligkeit. Dank unserer Schöpferkraft strahlen wir dieses Wissen auch in unser Denken und Handeln aus. Wir lassen unser Licht auf alle und auf alles strahlen – ohne Unterschied, ohne Vorurteile und Bewertungen. Denn über die Kraft der Liebe, des Lichts und des Willens sind wir mit allem verbunden, was ist. Mit all unseren äußeren und inneren Sinnen erfahren wir das Licht. Wir fühlen, schmecken, riechen, berühren und sehen das Licht.

Ich Bin Ahau

    Das Maya-Wort für „Geist“ ist K’inan, das heißt, „die Sonne sein“. Ich nehme meine Göttlichkeit an, meine innere Sonne und meinen leuchtenden Lichtkörper. In dieser schlichten Identifikation mit dem Licht verbirgt sich eine große Macht, große Freude und auch eine große Verantwortung. Denn: „Wie oben, so unten“ – Du bist in Gott, Gott ist in dir. 

Die Erde im heliozentrischen Horoskop

Mit diesem Bewusstsein sind wir schon mittendrin in unserem heliozentrischen Horoskop, sind eingebunden und angeschlossen an die kosmischen Energien, Pläne und Absichten. Auf uns wirken jetzt die Konstellationen, die zur Zeit unserer Geburt auf die Sonne einwirkten. Diese befindet sich nun in der Mitte des Horoskops (solares Ich Bin), und wir entdecken unseren Heimatplanet Erde genau gegenüber von der bisherigen Sonnenposition des geozentrischen Bildes.

Beispiel: mein heliozentrisches Geburtsbild: Erde im Zeichen Jungfrau

Sundra Helio

Mit einer persönlichen Sonne im Zeichen Fische (geozentrisch) bin ich vom heliozentrischen Standpunkt aus über das Zeichen Jungfrau für den Planeten Erde verantwortlich. Die Erde ist einer von zehn anderen Sonnentrabanten und im Moment meiner Geburt (am 13.3.1947), befand sich die Erde im Zeichen Jungfrau. Ist das Gegensatzpaar Jungfrau-Fische im Bewusstsein verschmolzen, kann durch emotionale wie auch mentale Reinheit, Klarheit und Zielgerichtetheit (Jungfrau) das persönliche Ich transzendiert und das Ideal der Selbstlosigkeit erreicht werden.

Die Fischesonne entwickelt sich ständig weiter durch selbstüberwindendes Mitgefühl, entpersönlichte allgemeine Menschenliebe und mystische Einsicht. Erst wenn Pluto, der seelische und geistige Herrscher des Zeichens, alle einengenden emotionalen Bindungen zerstört hat, kann ich mich unbeirrbar den geistigen Aufgaben und Zielen widmen, die über persönliche und emotionale Bestrebungen hinausgehen.

Bewusster Verzicht auf persönliche Bindungen, um für den Dienst an der Menschheit und am notleidenden Mitmenschen da sein zu können, die Arbeit am Selbst, die tägliche Selbst-Analyse und Erforschung des Bewusstseins (Jungfrau-Qualitäten) – all das ist notwendig, um das Denken, die mentale Feinfühligkeit für höhere Eindrücke und empfangene Inspirationen, die Kraft innerer Ausrichtung und auch die starke Willenskraft von subjektiven, persönlich motivierten Einflüssen rein zu halten.

Meine hohe ethische, kritische und auch praktisch lebbare Verantwortung für die Erde und die auf ihr lebende Menschheit besteht darin, nach höchster Erkenntnis und Weisheit zu streben. Die Jungfrau-Erde drängt nach Klarheit und Reinheit des Bewusstseins, „transformiert das dunkle, mystische Sein in esoterische oder religiöse Weisheit, in heilsame geistige Medizin“ (Taeger, Astroenergetik, Papyrus Verlag 1987, S. 371).

Fortsetzung: Die Erde im heliozentrischen Horoskop

geozentrisch: Sonne im Widder / heliozentrisch: Erde in der Waage am Beispiel von Richard Alpert aka Baba Ram Dass, dessen Buch BE HERE NOW – SEI JETZT HIER aus den Siebziger Jahren mir gerade wieder über den Weg ‚läuft‘.

Venus-Mars-Pluto Konjunktion am 3.3.2022 – ein alchemistischer Exkurs

Sternenreise (Öl/Eitempera auf LW)

Die große dreifache Konjunktion von Venus-Mars-Pluto im Steinbock ist Bestandteil des Fische-Neumonds vom 2.3.2022. Sie wird am nächsten Tag schon exakt, das heißt, alle drei Planeten befinden sich auf aufgerundet 28° im Steinbock. Ich stelle hier mal beide Horoskope nebeneinander, beide auf Berlin berechnet.

Beim Fische-Neumond für Berlin ergibt sich ein Aszendent von 22° Jungfrau (für Brilon waren es 18° Jungfrau, das „Quija-Brett“). Hier haben wir das Sabische Symbol „Ein königliches Wappen, besetzt mit wertvollen Edelsteinen“. In meinem letzten Blogeintrag bin ich auf den König als dem spirituellen Symbol der Einheit eingegangen und was es bedeuten mag, ein königliches Amt zu bekleiden und den „Königsweg“ zu gehen. Die astrologischen Symbole für König und Königin sind die beiden Lichter SONNE und MOND. Zu jedem neuen Mond – dem Mond der Erneuerung – vereinen sich Sonne und Mond in einen neuen Tierkreiszeichen, und der Mond empfängt von der Sonne den neuen Lichtsamen für einen neuen Zyklus, den er dann an an die Erde und das Leben auf und ihr weitergibt. Dieser Same enthält die Codes und Informationen all dessen, was hier auf der Erde für weiteres Wachstum benötigt wird. Als Bild kam hier das „alte Schwert aus dem Museum“ (13° Fische), mit dem die Menschen wohl schon viele Schlachten gewonnen haben. Über diesen Kampf im spirituellen Zeichen Fische habe ich nachgedacht und versucht, das Abtauchen von König & Königin im Meer des kollektiven Unbewussten (Wasserzeichen Fische) mit irgendeinem Ereignis in Verbindung zu bringen.

Gleichzeitig war mir bewusst, dass die Anwesenheit von gleich drei Konjunktionen in diesem Horoskop bedeutsam sind, dennbis auf Uranus befinden sich alle Planten in Konjunktionen, davon die Merkur-Saturn-Konjunktion sogar aspektlos, ohne Verbindungzu anderen Planeten, beide auf einem Grad stehend: 20° Wassermann mit der Botschaft der großen weißen Taube. Jeder CONJUNCTIO liegt die Zahl EINS als Ideenzahl zugrunde. Sie steht für den Ursprung, die Alleinheit, den reinen Geist. Bei einer Konjunktion stehen zwei oder mehrere Planeten auf einem einzigen Tierkreisgrad oder bis zu einem gewissen Abstand (Orbis) auch davor und dahinter. Die beteiligten Planeten vereinen ihre Kräfte, verschmelzen miteinander. Das kann sich harmonisch auswirken, wenn die Prinzipien zueinander passen wie Sonne & Mond, Venus & Mars: dann bestärken sie sich gegenseitig. Passen die Kräfte nicht zusammen, können sie sich gegenseitig stören und schwächen.

Gedeutet wird die Konjunktion als ein Keim, eine keimhafte Potenz und Möglichkeit für die Zukunft, am Anfang noch ruhend und schlummernd im Verborgenen, Ungewissen – ähnlich dem Samenkorn in der Erde. Die vereinten Kräfte können nichts aus sich selbst heraus tun oder reagieren, sie brauchen einen Anstoß von außen. Wir können dieses schlummernde Potenzial erwecken, nicht nur dadurch, indem wir die beteiligten Kräfte (Planeten) verstehen, sondern sie auch meistern und lenken können, ihre Bedeutung und ihren Sinn im großen Ganzen des neuen Mondzyklus‘ und für die Evolution der Menschheit erkennen. Das heißt, wir müssen uns um sie kümmern, unseren Fokus auf sie richten, sie mit unserer Visualisationskraft, unserer Aufmerksamkeit, unserer konzentrierten Gedankenkraft und Liebe nähren.

In diesem Prozess müssen wir wissen, welches Potenzial wir nähren wollen – Frieden oder Krieg. Bleiben wir im Inneren oder lassen wir uns ablenken durch Schlagzeilen, Kriegsbilder, negative Informationsflut und Sensationslüsternheit? Führen wir uns selbst zum Frieden oder ziehen wir mit in den Krieg, indem wir dem Geschehen im Außen unsere ganze Aufmerksamkeit schenken? Dieses geballte Potenzial – sowohl die Konjunktion des Fische-Neumonds mit Jupiter und Neptun (unendliche menschliche Liebesfähigkeit), die des Merkur-Saturn (totaler Rückzug, um die Wandlung und Metamorphose zu garantieren) und schließlich das Dreiergespann Venus-Mars-Pluto (alchemistisches Stirb & Werde) in der Unterwelt – kann nur von einer geeinten Königskraft gelenkt werden beziehungsweise von dem Neuen Geist, der aus dieser liebenden Vereinigung und dem großen Werk der Transformation hervorgeht . Als mir das bewusst war, stiegen in mir auch die Bilder auf… von den alchemistischen Stufen des Rosarium philosophorum. Das ist eines der wenigen überlieferten abendländischen Werke, die in einer Symbolsprache von der Kunst der inneren Alchemie und Wandlung des Menschen von der dichtesten Ebene zu einer höheren Wirklichkeit berichtet. Dieser Wandlungsprozess in zehn Stufen zeigt das Zusammenwirken von Geist, Körper/Materie und Seele.

Hier sehen wir König und Königin im sechseckigen ‚Merkurbrunnen‘ mit der Taube. In dem Brunnen sollen in einem energetischen Transformationsvorgang die Gegensätze Materie und Geist, also die des Weiblich-Göttlichen und des Männlich-Göttlichen vereint werden. Zu dem Paar gesellt sich im Gegensatz zur biologischen Sexualität die Taube des Heiligen Geistes. Die Taube bedeutet das merkurische geistige Doppelwesen, das dank seiner vermittelnden Eigenschaft die Verbindung mit dem Geist (luftig, flugfähig, geflügelt) und mit dem Körper mit beiden eine Beziehung haben kann. Hier wird die Sechsheit von Merkur gleich doppelt gezeigt, als Sechsstern, der mit ihm im Himmel schwebt, und als Sechseck oder Sextil durch die Anordnung der drei Blumen, die das Königspaar in der Hand hält. Mit Hilfe des sexuellen Aktes im Wasser des Merkurbrunnens soll nun ein Drittes geschaffen werden. Dieses Dritte besitzt viele verschiedene alchemistische Namen: Der Stein (lapis), das philosophische Gold, der filius Philosophorum, das Kind der Philosophen (also der alchemistischen Forscher), das Sonnenkind, die rote Tinktur, das Sonnen-Mond-Kind, usw. Astrologisch wird dieses Neue durch Uranus repräsentiert, die neue Sonne, der Lichtmensch oder Adam Kadmon (Mensch des Ursprungs), das höhere Selbst.

Dieses Neue, Dritte ist ein Kind-Archetyp und ist von irrationaler Natur, unbegreiflich, ursprünglich. Es ist der neue Same mit den der angelegten Möglichkeit für die Zukunft , die Erscheinung eines ganz neuen Inhalts. Dieses neue, das Kind, das wahre Selbst, wird meist durch das Symbol des Runden, z.B. ein Mandala, den Tierkreis, und die Zahl Sechs, das Hexgramm z.B. symbolisiert , astrologisch durch den Sextil-Aspekt und die 6 Tierkreispaare, die zusammen eins sind.

Im nächsten Bild des Rosariums folgt nun die eigentliche coniunctio von König und Königin. Dieses Geschehen wird als ein Wunder geschildert, in dem das „neue Licht“ (Uranus) gezeugt wird, das Sonne und Mond überstrahlen soll. Dieses alles überstrahlende Licht soll dann dem Menschen dazu dienen, „von Anfang an in dieser Welt und in der anderen“ zu leben. Gemäß C.G.Jung, der sich eingehend mit diesem alchemistischen Prozess tiefenpsychologisch auseinandergesetzt hat, wird auf diese Weise die „Wiederherstellung des verschwundenen Lichtmenschen“ (Anthropos, d.h. Urmensch) geschildert, der vor aller Schöpfung war. Nach der Konzeption tritt ein todähnlicher Zustand ein, den der Text mit folgendem Spruch umschreibt: „Die Zerstörung des einen ist die Erzeugung eines anderen„. Diese überraschende Folge der königlichen Hochzeit wird daher nun mit der vegetativen Fortpflanzung verglichen, in der das Samenkorn in die Erde versenkt wird, wo es stirbt, um zu neuem Leben zu erwachen.

Rosarium philosophorum, 1550

Nach vollzogener coniunctio kommt der Tod, sozusagen als Zwischenstadium, dem ein neues Leben folgen kann, erst kommt der „kleine Tod“ von Anima und Animus (Venus und Mars), stellvertretend für die Persönlichkeit, dann kommt der „große Tod“ von König & Königin, stellvertretend für den Geist (Sonne) und die Substanz (Mond). Dabei wird die Seele frei und „fliegt in den Himmel“, vereinigt sich mit dem göttlichen Geist. Sie kommt in Gestalt der Taube, des vereinigenden Prinzips (Mercurius) wieder herunter, um den Leichnam wieder zu beleben.

   Diese conjunctio ist ein unsichtbares, jenseitiges oder mystisches Geschehen, das auf der Ebene des kollektiven IV. Quadranten, der Ebene des Seins stattfindet und dort Wirklichkeit ist. Denn diese Heilige Hochzeit (Hierosgamos) findet zwischen „Göttern“ und Unsterblichen statt und ist keine Liebesaffäre von sterblichen Ichs. In dieser Phase spielen wir als Mitschöpfer eine große Rolle. Wie im wirklichen Tod verlassen die geistigen, flüchtigen Anteile der Seele den Körper und verbinden sich mit dem Geist. Der „kleine Tod“ bezieht sich auf die dreifache Konjunktion von Venus Mars, Anima und Animus, mit Pluto, der großen Wandlungkraft des „Stirb und Werde“ im Zeichen der Einweihung und „Verklärung“ (Steinbock): Die alten übernommenen Vorstellungen und Bilder von Mann und Frau, männlich und weiblich, müssen sterben und sich einer Wandlung unterziehen, ebenso die persönliche Identifikation damit. „Wisset ihr nicht, dass ihr Götter und Göttinnen seid?“ – und als solche weder geboren werdet noch sterben könnt?

Es ist nur e i n e Seele, die sich in der vorherigen Stufe von den zweien trennt, und eins geworden ist. Damit wird die Natur der Seele (hier der Venus) als ein Band oder Bindemittel betont, als Beziehungsfunktion. Sie kehrt zurück zu ihrem himmlischen Ursprung. In diesem ‚trockenen‘ und scheinbar seelenlosen Zustand (Steinbock, Grab, Schattenwelt, Hades), der sein Äquivalent in der 40-tägigen ‚Nacht der Seele‘ (des heiligen Johannes vom Kreuz) hat, zeigt sich der momentane Zustand der Menschheit in diesem Konjunktions-Horoskop vom 3.3.2022. Das kollektive Massenbewusstsein befindet sich in einem dunklen Zustand der Desorientiertheit und Unfreiheit, teils noch schlafend, teils getrieben, seelenlos den Machtphantasien und gewalttätigen Übergriffen einiger weniger Machtmenschen ausgeliefert.

Doch in dieser Phase der großen Metamorphose – die unter anderem durch den unaspektierten Merkur/Saturn auf 20° Wassermann repräsentiert wird, geschieht auch das größte Wunder: Der „Tau“oder das himmlische „Manna“ fällt vom Himmel auf die Grabstätte des toten Hermaphroditen. Der fallende Tau, die Wasser der Weisheit, sind die geistigen Wasserwellen des luftigen Wassermanns und seinem Herrscher Uranus, sie sind ein Vorzeichen der Geburt des göttlichen Kindes, der Geburt des Lichts, das nach der Finsternis erscheint. Uranus steht im Neumond-Horoskop am Ende des 8. Hauses des Todes und der totalen Wandlung und transportiert hier unser göttliches Erbmaterial, unser komplettes schöpferisches Potenzial (z.B. die 12-Stränge-DNS). Die alten Prgramme und Prägungen der alten Machtsysteme sind erfolgreich abgelegt und losgelassen.

Das ist das Eine und einende Potenzial der drei großen Konjunktionen des Fische-Neumonds und des Horoskops der Venus-Mars-Pluto Konjunktion. Nach dem Aufstieg der Seele, welche den Körper in der Finsternis des Todes (Pluto, 8. Haus) zurückgelassen hat, tritt die Wende ein: Nach dem Zustand der Nigredeo (‚Schwärzung‘) folgt die Albedo (‚Weißung‘). Die ERDE (Nordknoten im Stier) ist nun gereinigt (Zustand der ‚Weißung‘) – siehe AS Stier mit Konjunktion Nördlicher Mondknoten im Horoskop zwei. Der Abstieg inn ein immer tieferes Unbewusstes (Pluto) geht über in eine Erhellung von oben (Uranus). Die Seele ging ja nicht verloren, sondern bildete den lebendigen Gegenpol im ‚Jenseits‘ zum Todeszustand im ‚Diesseits‘. Ihr Wiederherabsteigen (als Taube – Merkur/Saturn Wassermann bzw. Uranus ) kündigt sich durch die Feuchtigkeit des himmlischen/geistigen Taus an und bringt die Gabe der Erleuchtung und Erkenntnis durch Sinngebung mit.

Die dreifache Konjunktion Mars-Venus-Pluto

Bei Venus-Mars-Pluto sind sich die meisten Astrologen einig, dass es sich hierbei um eine gewaltige Konstellation von Macht (Pluto) handelt, um die Macht zu lieben (Venus) und zu zerstören (Mars), um die Macht, einen Krieg (Mars) zu erklären oder den Frieden (Venus) zu manifestieren, was dann jeweils auch maßstäblich und bestimmend für alle Beteiligten ist. Bei Pluto handelt es sich auch immer um die Macht der Transformation, der totalen Umwandlung. Jedoch ist Pluto als geistige Willenskraft auch die höhere Oktave von Mars, der persönlichen Ichdurchsetzung (Ego).

“MAHAKALA”

Wie wollen wir diese Machtkonstellation sehen, benennen und erleben? Zwei persönliche, innere Planeten sind beteiligt: Venus und Mars, die polaren Kräfte der Anziehung und Abstoßung, Frieden und Krieg, Harmonie und Störung, des Aufbaus und der Zerstörung, man kann auch sagen von Liebe und Kraft. Kann Pluto, der Herr der Unterwelt, sie einen? Gemäß der inneren Alchemie wissen wir – ja, sie werden eins im (persönlichen) Tod. Er hat sie beide in die Unterwelt gezerrt, ins Reich der Leblosen, und hält sie scheinbar im Schattendasein des Unbewussten gefangen. Für die einen ist es eine Friedenskonstellation, für die anderen eine Kriegs- oder gar Massenvernichtungs-Konstellation.  

Wer immer sich auf eine dieser beiden Seiten schlägt, für eine Seite ist und gegen die andere, ist ein ohnmächtiger Mitgefangener im großen Spiel, sitzt im Netz der großen Spinne ‚Maya’ fest. Wir können die eine Seite schönreden, sie mit Liebesherzchen, Friedenstauben und betenden Händen schmücken oder energetisieren, die andere Seite ignorieren oder mit Fluch Bann und Ausgrenzung bestrafen. Das bringt uns keinen Frieden und keinen Sieg, verhindert auch keinen Krieg. Das mag an unserer Perspektive liegen.

Wir können zu diesem Zeitpunkt aber auch unsere Aufmerksamkeit von der äußeren Welt auf die innere Welt lenken, denn es sind ja unsere ‚inneren’, persönlichen Anteile unserer irdischen Persönlichkeit, die hier gefangen sind und überschattet werden von einer überpersönlichen, kollektiven, geistigen Kraft. Und drittens haben wir die Wahl, das Geschehen in uns von der höchsten Ebene eines geistigen Bewusstseins zu betrachten, zum Beispiel aus der Perspektive unseres solaren, galaktischen Selbst (im heliozentrischen Horoskop). Denn wir haben nicht nur Persönlichkeitsanteile, sondern auch ein zentrierendes Prinzip, die Sonne (Punkt im Kreis), das Lichtzentrum unseres göttlichen Selbst. Wofür stehen Venus und Mars?

   Mit der Venus verbinden wir Harmonie, Ausgeglichenheit, Liebenswürdigkeit, Liebe, strahlendes Licht, klares Denken, Heiterkeit, Versöhnlichkeit, Genuss und Zufriedenheit und natürlich die Weiblichkeit und die geschlechtliche Fortpflanzung. Im Mann repräsentiert sie das Frauenbild (Anima). Venus als Morgenstern ist der Lichtträger und Lichtbringer (Luzifer) für die Erde. Die Erde soll der Schwesterplanet der Venus sein, sozusagen das andere Ich oder ein zweites Du (In Lak Ech – Mayagruß). Als Planet des Gleichgewichts repräsentiert Venus die klaren Erkenntnisse des Denkens. Wenn sie im Außen alles klar erfasst hat, kehrt sie den Blick nach innen und erforscht die Bereiche des inneren Seins. Daher wird sie mit der menschlichen SEELE gleichgesetzt.

Im Einweihungszeichen Steinbock herrscht die Venus als spirituelle, vergeistige Liebe des geistig erwachten Menschens. Dieses Venus-Prinzip der selbst- und bedingungslosen Liebe stellt das Endziel der Menschheitsentwicklung dar. Die Persönlichkeit wird dank der hingebungsvollen Liebe zu einem klaren Spiegel der Seele und hat aufgehört, ein Instrument von Macht und Selbstherrlichkeit zu sein. Die Liebe ist hier das verbindende Glied zwischen Geist und Materie, Sonne und Mond, König und Königin. Hier kann sie ein liebender Wegbegleiter für andere sein.

Mit dem Mars verbinden wir Energie, Tatkraft, Kampf, Leidenschaft, Begierde und natürlich Männlichkeit. In der Frau repräsentiert Mars das Männerbild (Animus). Mars verkörpert den animalischen Instinkt im Menschen in voller Stärke, die rohe, gewalttätige Kraft und regiert den physischen Körper und das Blut. Mars und Pluto stehen ähnlich wie Venus und Erde in enger Beziehung, Mars ist das andere Ich des Pluto oder Pluto ist die höhere Oktave (geistige Willenskraft) von Mars (Ego).

Der Alte der Tage (Aquarell nach Blake)

Wir haben es also in der Hand, dieses schlafende Wandlungspotenzial bis zum Ende der Wandlung zu aktivieren nicht durch Trennung und Spaltung, nicht durch Angst und Ohnmachtsreaktionen, sondern vorrangig durch unsere Venus-Eigenschaften, die Liebesfähigkeit. Sie gibt uns Menschen die Macht und Verantwortung für unser Sosein. Sie macht uns zu Königen und Königinnen. Wir haben jetzt die Gelegenheit, uns diese KRONE (corona) aus Licht wieder aufzusetzen und reinen Tisch zu machen in unserem göttlichen Tempel. Wir sind freie und schöpferische Mitarbeiter. Wir lassen uns nicht mehr durch äußere Eindrücke verunsichern und ablenken von unserer inneren Arbeit. Wir sind frei und können uns aussuchen, was wir hören, sehen, lesen und leben wollen. Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Es ist die Liebe des Höchsten Bewusstseins, die alle Wesen, alle Geschöpfe eint. Es ist die Liebe des Schöpfers zu seiner Schöpfung – siehe mein Aquarell „Die Geburt des Schöpfers in der Schöpfung“ – spontan entstanden aus reiner Freude…

Die Geburt des Schöpfers in der Schöpfung (Aquarell)