Pluto-Aengste

Pluto-Ängste im Horoskop und in Träumen

Auszug aus meinem noch unveröffentlichten Traumbuch

Anubis (Acryl)

Im Horoskop zeigt die Stellung von Pluto den Ort, wo wir mit der Macht des persönlichen und des kollektiven Unbewussten konfrontiert werden. Hier manifestiert sich die Kraft und Macht unserer Vorstellungen – positiv und negativ. In diesem Lebensbereich erfüllen sich die bisher ungelebten, verdrängten und geheimsten Ereigniswünsche. Unterdrückte Ängste wirken sich in Form von fixen Ideen, zwanghaften Gedanken und Handlungen aus, die uns als Dämonen quälen, foltern, peinigen und uns das Leben zur Hölle machen.

Wo Pluto steht, wehren wir uns am stärksten gegen Wandlung und Veränderung. Wir wollen kein Risiko eingehen und beharren darauf, dass alles so bleibt, wie es ist – auch unter Einsatz unseres Lebens. In diesem Lebensbereich fürchten wir das Vergängliche, den Tod und das Unvorhersehbare, sperren uns mit aller Macht gegen das Neue. Das Ego zieht alle Fäden, übt Macht und Kontrolle aus, droht und intrigiert. Unter plutonischem Einfluss reagieren wir vorstellungsgebunden und unterliegen dem Wiederholungszwang. Unsere Vorstellungen vom Leben haben das echte Leben im festen Würgegriff.

In dem Haus, das vom Zeichen Skorpion angeschnitten wird, liegt der Ursprung unserer Ängste und Verdrängungen. Hier liegt der Grund für unsere Angst, der Wirklichkeit ins Auge zu schauen und sie als das zu erfahren, was sie ist – wirklich. In diesem Bereich haben wir uns aufgrund emotionaler Fixierungen am weitesten von der Wirklichkeit entfernt. Aus Angst vor dem Leben bleiben wir im Vorstellungscontainer unserer eigenen Fixierungen gefangen, verstricken uns in leidenschaftliche Gefühle, sind intensiven Transformationen und Krisen ausgesetzt. Der Erlebnisbereich ist gleich Null. Wir schmoren im eigenen Saft – wie die orange gekleideten sechs Mönche und Nonnen von Ananda Marga[1] aus meinem Traum.

Ich liege zusammen mit fünf buddhistischen Nonnen und Mönchen auf der Straße in der Sonne. Die drei Nonnen und die drei Mönche liegen getrennt voneinander, bilden nicht den harmonischen Sechsstern. Jeder von ihnen liegt in einer orangefarbenen Körperschale und schmort im eigenen Sonnensaft seiner Person. Ich mache das nicht mehr mit, stehe auf und reinige meine Liegeschale mit Wasser. Die anderen folgen.[2] Die Symbolik des Traums zeigt eine unfruchtbare Sonne-Pluto-Konstellation (Pluto im Sonnenzeichen Löwe), unfruchtbar, da weibliche und männliche Energien in keiner harmonischen oder fruchtbaren Verbindung stehen. Die verbindenden Symbole sind die Sonne und das Orange ihrer Kleidung, die Farbe der Erleuchtung und Lebensfreude.

In den tantrischen Lehren des Ostens, die von der Einheit der relativen Welt (Werden) mit der absoluten Welt (Sein) ausgehen, sind Ängste und Konflikte Herausforderungen, an denen wir wachsen können. Sie werden sogar bewusst gesucht und herbeigerufen. Die negativen Tendenzen und Charaktereigenschaften werden nicht ignoriert oder verdrängt, sondern fokussiert und in eine bewusstseinserweiternde Richtung gelenkt. Das geschieht nicht von selbst. Es erfordert Bewusstheit und Mut, sich den inneren Dämonen zu stellen, sich ihre Energie zu Eigen zu machen und für die eigene Wandlung zu nutzen. Die Transformation geschieht durch das bewusste Einlassen auf die intensiven Gefühle und die wiederholten Stirb- und Werde-Prozesse. Schließlich werden Gier und Verlangen in geistiges Sterben verwandelt, der Ego-Wille verbrennt im Feuer seiner Begierden und übrig bleibt der reine geistige Adlerwille des Phönix.


[1] »Weg der Glückseligkeit«, eine ganzheitliche, spirituelle Philosophie, Lebensweise und sozio-kulturelle Gruppe, deren Symbol der Sechsstern mit der aufgehenden Sonne und dem Swastika ist.

[2] In meinem Horoskop ist Waage an der Spitze des 6. Hauses und der Skorpion ist eingeschlossen, Pluto befindet sich in Konjunktion mit dem IC im Löwen, Opposition Venus/MC im Wassermann.

Sonnenträger (Gouache)

Im Haus, in dem Pluto sich bei der Geburt befindet, streben wir nach Dauer und einer sicheren Zukunft. Hier muss alles perfekt, überschaubar und für uns kontrollierbar sein, damit wir uns in alle Ewigkeit sicher fühlen können. Am liebsten würden wir diese perfekte Ordnung und Sicherheit einfrieren. Und das tun wir auch, indem wir uns das Idealbild einbrennen, uns völlig darauf fixieren und als Vorstellung vor das Leben und die Wirklichkeit stellen. Um keinen Deut wollen wir davon lassen. Wir haben bereits unser Leben dafür geopfert. Und damit beginnt unsere Höllenfahrt, die Reise durch das Schattenreich der Toten, bei der wir wie die Göttin Ischtar dem Herrn oder der Herrin der Unterwelt nach und nach alle Verkleidungen, Masken und Machtsymbole opfern, bis wir durch den Tod geläutert sind und als Phönix wiederauferstehen können.

Wiederholungsträume sind Anzeichen plutonischer Ängste und sehr tief sitzender traumatischer Erfahrungen, vor deren wiederholter Erfahrung wir uns fürchten – vor allem in Zeiten eines Plutotransits, der bis zu zwei Jahren dauern kann. In den Träumen fechten wir einen Kampf mit den inneren Dämonen aus. In den Traumszenen erleben wir unsere eigene Sturheit und Fixiertheit, den inneren Druck und Widerstand gegen einen übermächtigen Gegenspieler, dem wir hilflos ausgeliefert sind. Alle Ängste kreisen um den Verlust von Kontrolle und Macht und manifestieren sich im Traum als furchterregende Schatten und Monster. Erst wenn wir unseren Schatten erlöst und die alten Vorstellungen aufgelöst haben, können wir den inneren Reichtum Plutos erfahren. Der Name kommt von der griechischen Göttin Plutos, Reichtum,und wurde zu Pluto, dem Gott der aus der Erde kommenden Reichtümer, des unterirdischen Reichtums.

Die stärksten Transformationen durchlaufen Planeten, die im 8. Haus stehen, dem »Haus des Todes« und der Wandlungen. Angstbesetzte Themen sind Sexualität, Tabus, Macht und Kontrolle, emotionale Abhängigkeit und Verstrickung, Ablöseprozesse aus symbiotischen Elternbeziehungen, Aufdecken und Enthüllen von Geheimnissen (Whistleblowing). Das 8. Haus ist zugleich der Bereich tiefer Regeneration und Heilung, steht für Nahtod- und Nachtoderfahrungen, für Tod, Auferstehung und Wiedergeburt.

Auferstehung ägyptisch (Eitempera)

Gerne möchte ich noch auf die Tierkreisbilder von Ludger Philips hinweisen –

den Skorpion (die Reise des Jüngers)

und die Fische (Spiralförmiger Aufstieg) ;

denn Pluto ist nicht nur der exoterische und kollektive Herrscher des Skorpions, der für die Zerstörung alter Gedankenformen und psychischer Strukturen sorgt, er ist auch der esoterische Regent des Zeichens Fische. Dort verleiht er den Willen, sich aus emotionalen Abhängigkeiten und Verblendung durch materielle Bindungen zu befreien, um für das wirkliche Wesen der Seele empfänglich zu werden – die Liebe. Ab einem gewissen Entwicklungsgrad / Bewusstsein stellt sich der Mensch im Zeichen Fische den Schatten seiner Vergangenheit und befreit sich selbst, indem er sich von Schuld- und Unzulänglichkeitsgefühlen und Rechtfertigungen aller Art löst. Das erzeugt eine innere Stärke, ungebrochene Willenskraft und beinahe unnachgiebige Resilienz, die bei vielen Fische-Menschen trotz ihrer vordergründigen Sanftheit zu spüren ist.

Abschließend meine Astro-Tafel zum Archetyp Pluto und Skorpion

            Skorpion – Pluto – 8. Haus  
Urthema
Tod und Wiedergeburt, Wandlung durch Krisen, Metamorphose, Zerstörung der Form zur Befreiung des Geistes, Umwandlung von Trieben in geistige Energien. Arterhaltung und Fortpflanzung, tiefe, sexuelle Beziehungen, Zeugung u. Überzeugung, die Macht des Unbewussten, Konfrontation mit Schattenthemen.  
Die transformierende Kraft
Verschlossen, verschwiegen, brütend, forschend, intensiv, leidenschaftlich, faszinierend, dunkel, mächtig, tiefgründig, mutig, entschlossen, durchdringend, scharfsichtig, suggestiv, besitzergreifend, triebhaft, instinktgebunden, kompromisslos, radikal,  misstrauisch, nachtragend, empfindlich, einfühlsam, ehrgeizig, selbstzerstörerisch, regenerierend  
Archetyp
Magier, Schamane, Alchemist, Heiler,der Schatten,der Tod, Verführer, Teufel/Satan, Schlange u. Adler,»Phönix aus der Asche«, Schwarze Göttin, Kali, Isis, Kybele, Demeter, schwarze Madonna, die verschlingende, dunkle Mutter, der dunkle Gott, die Nachtmeerfahrt.  
Mythen
Orions Kampf mit dem Skorpion, Kämpfe mit Ungeheuern / Drachen, Mythen über die Unterwelt (Duat, Hades, Bardo), Dantes »Purgatorium«, Ischtars Höllenfahrt, der Sündenfall, Demeter u. Persephone (Ablöseprozess Mutter-Tochter), Dionysoskult, Mythen von Tod und Auferstehung, von okkulten, magischen Machtkämpfen zwischen Licht und Finsternis.  
Märchen
»Der Geist in der Flasche«, »Der Teufel mit den drei goldenen Haaren«, »Rumpelstilzchen«, Goethes »Märchen« von der grünen Schlange und der schönen Lilie, »Hänsel und Gretel«, »Schneewittchen«, »Bruder Lustig«, »Aladin und die Wunderlampe«, Geschichten von Vampiren, Dämonen, Hexen, von Verzauberung u. Verwandlung,  von giftigen Tieren.  
Astro-Tafel 8
Kali (Eitempera)

Der nächste Neumond am Donnerstag wird in enger Konjunktion mit Pluto im Steinbock stehen und die globale Krise noch intensivieren und auf die Spitze treiben.

Daher möchte ich zum besseren Verständis vorher noch einen weiteren Blog-Beitrag zu PLUTO hinzufügen.

Ich freue mich über ein Feedback, über Fragen oder einen Beitrag von euch in Form eines Traums.

Hier meine Einladung zur Traumgruppe auf Facebook:

Sternengrüße

eure Sundra

Archetypische Träume

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Leviathan

Archetypische Träume

Eines Tages ist die Zeit reif für die Erfahrung mit der transformierenden Kraft der Urbilder. Wir haben uns durch die persönlichen Schichten des Unbewussten hindurch gegraben, sie ans Licht geholt und bewusst integriert. Nun sind wir an einem Punkt, an dem unsere persönlichen Erfahrungen zur Bewältigung der aktuellen Lebenssituation nicht mehr ausreichen. Wir erinnern uns an das psychische Geschenkpaket, das wir bei unserer Geburt mitbekommen haben. Dies geschieht ganz natürlich, wenn wir uns auf dem Weg der Individuation, auf dem Yogaweg oder einem anderen Weg der Ganzwerdung befinden. Oft findet der Mensch mit 29 oder 30 Jahren zu seinem eigenen Weg und handelt in eigener Verantwortung. In dieser Zeit hat der Planet Saturn – ein Schwellensymbol und Archetyp der Zeit – seine Runde durch den Tierkreis beendet, die Qualitäten aller anderen planetarischen Kraftfelder geprüft und alle Lebensbereiche (die zwölf Häuser im Horoskop) mit seinem Gütesiegel imprägniert. Er befindet sich mit etwa 29 Jahren wieder auf seinem Platz im Geburtshoroskop – diesmal jedoch mit veränderten Beziehungsstrukturen.

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Anubis

Plötzlich erscheinen die energiegeladenen Symbole in unseren Nachtträumen, in der Meditation und dem gelenkten Tagtraum. Sie sind lebendig, farbig, von großer Wucht, Dynamik und emotionaler Intensität. Und sie begegnen uns auch leibhaftig und konkret in unserem Alltagsleben, in der modernen Literatur, in der Musikszene, in der Mode, in Filmen und Computerspielen. Wir können unsere Sinne für ihre Wahrnehmung schulen und durch sie zu einem erweiterten Verständnis von uns selbst kommen.

Die archaischen und oft widersprüchlichen Kräfte von Licht und Finsternis steigen gemeinsam mit mythologischen Urthemen (Lebensmotiven) aus dem Tiefenbewusstsein auf, fechten ihren alten Kampf aus, rufen Protagonisten und Antagonisten auf den Plan. Wir lernen die Bewohner der Unterwelt und die Helden der Nachtmeerfahrt kennen: Odysseus, Dionysos und Pan, Danae und Ischtar-Isis-Maria, Osiris, Parzival und Anubis, Hermes Trismegistos, Moses, Shiva und Kali. Die mythologischen Gestalten werden selten leibhaftig erscheinen, doch wir können sie an ihren Attributen und ihrem Wirken erkennen, wenn uns die Bedeutung ihrer typischen Muster bekannt ist. Wir können den Naturgott Pan an seiner Fellkleidung oder an den Bocksfüßen erkennen, Merkur an den geflügelten Schuhen und seinem Stab, Isis-Maria an ihrem blauen Sternenmantel, Shiva und Kali an der Schädelkette und Opferschale. Ihre Urthemen spiegeln sich außerdem in den archetypischen Strukturen des Tierkreises und der Wirkungsweise der Planetengötter.

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Merkurstab

Symbole und Traumereignisse mit mythologischem Hintergrund zeugen von anstehenden Wandlungen und Initiationen. Sie leiten den für uns notwendigen Schritt für die nächste Bewusstseinsstufe ein. Als Held und Heldin müssen wir Gefahren und Bewährungsproben durchleben, bezwingen Ungeheuer, Drachen und Schlangen, bergen Schätze aus Höhlen, Brunnen und gefährlichen Abgründen. Es stehen Kämpfe mit mythischen Urwesen und Tieren an, wir nehmen teil an rituellen Zeremonien, Opfern und Einweihungen, gehen durch Zerstückelung, Tod und Wiedergeburt, erhalten Hilfe durch weise Führer, Stimmen oder magische Kräfte.

Plötzliche Hilfe oder neue Kräfte kommen oft durch Zeichen und Symbole, die wir im Traum zu handhaben lernen. Es sind gewaltige, übermenschliche und magische Energien, die uns für die Wandlung, Neugeburt und Heilung zur Verfügung stehen, vor allem die elementaren Naturkräfte von Feuer und Wasser, Blitz und Donner, Wind und Erde.

Als im Traum einmal eine große Tsunamiwelle von links auf mich zurollt, ist mir im Traum bewusst, dass es für meine Tochter und mich den Tod bedeutet. Während ich die Tochter noch tröste und sie über die Tatsache von Tod und Wiedergeburt, Kommen und Gehen aufkläre, mache ich mit der linken Hand eine beschwörende Geste (Mudra) in Richtung Wasser und anschließend mit zwei Fingern das V-Zeichen mit der Öffnung nach unten. Sofort beruhigt sich das Wasser, bleibt still und friedlich. Es erreicht nicht die Mitte, in der ich mit meinem Kind stehe. Da bin ich sehr erstaunt über die Macht und Kraft der Zeichen. Das heißt, ich erfasse im Traum die auf mich zurollende Gefühlswelle intuitiv, sehe ihr gefasst ins Auge und handle spontan, intuitiv und absichtslos – mit links (Traum »Hochwasser« 1.3.2002). Der Traum spricht ein schmerzhaftes Loslassthema in der Mutter-Tochter-Beziehung an.

Porträt Mann und Frau, Bleistift
Anima, Animus

Die bekanntesten Archetypen sind Anima und Animus für die Yinkraft und die Yangkraft der Seele, die sich in unseren Träumen in der Form von weiblichen und männlichen Personen beziehungsweise Energien und Bewegungsrichtungen offenbart. Sie erscheinen, wenn es um die Integration der gegengeschlechtlichen Energien geht. Hinter ihnen steht die Prägung durch das Ur-Mütterliche und Ur-Väterliche in uns. Das Urbild des Schattens taucht auf als Feind, Widersacher, Rivale und Rivalin und bedient sich dabei fremder und vertrauter Gestalten. Er kann das verdrängte Schattenthema einer ganzen Generation, einer kulturellen und religiösen Gemeinschaft oder Nation repräsentieren. Die Erfahrungen mit den Nationalsozialisten, mit den Verfehlungen der christlichen Kirche und anderen religiösen Organisationen sind prägender Natur und sitzen allen Menschen tief in den Knochen. In der Begegnung mit dem Schatten haben wir uns mit dem Thema »gut« und »böse« auseinanderzusetzen, werden mit unseren verdrängten, auf andere übertragenen, dunklen Seiten konfrontiert.

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Sternenkind

Andere Urbilder sind das göttliche Kind als Erlöser und Retter, der alte Weise und die weise Alte, der Liebhaber und die Geliebte, König und Königin, helfende Tiere, Naturwesen und Zauberer. In den 22 Großen Arkana des Tarot, analog dazu in den 22 hebräischen Buchstaben, den 12 Zeichen des Tierkreises und 10 Planetensymbolen sind die wichtigsten Archetypen überliefert und können zur Deutung auf dem Weg zum Selbst herangezogen werden. Auch Stimmen, Töne, Lichter und Wesen, die wie von außerhalb des Traums zu uns zu kommen scheinen, gehören zu den prägenden Mustern, ebenso Rituale, Opferungen und Naturgewalten. Je elementarer, abstrakter und urtümlicher das Symbol oder symbolische Geschehen ist, desto tiefgreifender und umfassender wirkt es in unserem Leben und Bewusstsein bis in den weiteren Umkreis hinein.

 

Archetypische Energiemuster

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Kali (Mandala)

Bei den Urbildern handelt es sich um erlebbare Energiemuster und Grundkonstellationen, die aus dem großen Informationsspeicher des kollektiven Unbewussten wirken. Dieser Pool von Schöpfungsenergie, aus dem wir alle stammen und unsere Lebensenergie schöpfen, wird in der Astrologie als Tierkreis bildlich dargestellt. In seinem ganzheitlichen System sind die kollektiven Erfahrungswerte in Form von spezifischen Erscheinungsformen und Seinsqualitäten abgespeichert, ebenso ihre Konflikte mit den verschiedenen Lösungswegen.

Aus diesem kollektiven Erfahrungsschatz, der auch als Gedächtnis der Ahnen und der ganzen Menschheit bezeichnet werden kann, wird jedem Menschen bei der Geburt sein individuelles Anlagepaket in die Wiege gelegt. Aus ihm schöpfen wir nicht nur die Art unseres Erlebens, wir extrahieren auch den Sinn unserer Erfahrungen.

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Tierkreis mit Ankh

In den Märchen »Die zwölf Brüder« und »Dornröschen« erscheint die Zahl Zwölf als ein Abbild des Tierkreises mit seinen zwölf archetypischen Anlagen. Die Geschenke der zwölf eingeladenen Feen sowie die zwölf goldenen Teller sind Urbilder, die sich auf die Ganzheit des Tierkreises beziehen. Die zwölf erlebbaren Grundmuster beschenken Dornröschen, die Seele des Menschen, mit kosmischen Kräften. Das Dreizehnte wiederum ist als neue Eins ein Symbol der schöpferischen Mitte und einenden Liebe. Wo das Dreizehnte ausgeschlossen oder verdrängt wird, muss der Mensch durch die Erfahrung des Sterbens und der Neuwerdung gehen (Tod und Wiedergeburt).

Es heißt, im Traum und im pränatalen, vorbewussten Zustand als Fötus geht der Mensch durch alle Stadien der evolutionären Entwicklung. Wir sind Stein und Pflanze, Tier und Mensch, Planet und Engelwesen. wir kennen den Seinszustand der Raupe wie den des Schmetterlings. Wir erleben das Mineralische, Vegetative und Tierhafte in uns, das Planetarische in der Form des Runden, Sphärischen und das Engelhafte reiner Lichtgestalt.

 

(Auszug aus meinem unveröffentlichten Manuskript „Symbolarbeit als kreative Selbstverwirklichung“, Band 1 Traumdeutung und Horoskopdeutung)