Das Aspektbild – Neumond 13.01.2021

Resilienz und Selbsterneuerung: Weiterleben mit der Katastrophe

Neumond Steinbock

Pufferfeder, Resilienzfigur oder Schild

Da habe ich vor einiger Zeit ein arte-Video über Resilienz gesehen, mir Aufzeichnungen gemacht … und finde nun im aktuellen NEUMOND-Horoskop vom 13.1.21 eine Aspektfigur, die genau dieser seelischen Stärke und Widerstandskraft entspricht. Sie wird Pufferfeder, Resilienzfigur oder auch Schild genannt.

Was genau ist Resilienz? Es ist die Fähigkeit, mit extremen Belastungen oder Angriffen fertig zu werden, ohne seelisch daran zu zerbrechen. Es handelt sich um eine Art Steh-auf-Männchen-Qualität, um dieWiderstandskraft der Seele nach einem Trauma und beinhaltet zugleich die Fähigkeit, das traumatische Geschehen bewusst zu integrieren und für die eigene Stärke zu nutzen. Es geht hierbei nicht nur ums Überleben und Durchhalten, sondern um das Wieder-auf-die-Beine-kommen, um ein Leben und Weiterleben in Würde und mit erhobenem Haupt. Es geht um Selbstentwicklung, Selbsterneuerung und Selbsterschaffung nach unserem positiven Bilde: Wir leben im Hier & Jetzt, genießen jeden Moment, ohne uns um Vergangenes oder Zukünftiges zu sorgen, sind viel mutiger, können zuhören und gönnen uns selbst Zeiten der Stille und inneren Einkehr, in denen wir unsere Einheit mit der kosmischen Liebesquelle bewusst erfahren und aktivieren.

Vor allem werden wir uns der alten Programme und Verhaltensmuster bewusst, der angelernten Reaktionen auf Verletzungen, Demütigungen, Niederlagen… und wir erfinden neue Lösungen für alte Probleme, lernen das Hinterfragen und Umdenken. Wir werden zu Mit-Schöpfern unseres eigenen Lebens, heilen unsere alten Wunden und erschaffen uns selbst als einen neuen Menschen (siehe Stellung von Chiron).

Auch ich wurde im Leben immer wieder mit traumatischen Erfahrungen in meinen Beziehungen konfrontiert, bis mich die Entelechie, das in mir selbst liegende höchste Ziel (Vollendungspotenzial), unter extremem Überlebensdruck zwang, mein altes Beziehungsmuster anzunehmen und umzuwandeln. Der traumatische Prozess des „Sterbens“ der alten Person dauerte live vier Jahre (bis 1993) und die Erneuerung oder Heilung gestaltet sich in vielen alchemistischen Stufen – unter Einbeziehung von Yoga, Astroenergetik, Traumdeutung, Kunst und Schreiben – inzwischen seit 29 Jahren.   

Für die Umwandlung und Erneuerung braucht es großen Mut, einen starken Willen und ein bewusstes Einsetzen der schöpferischen Kräfte für die Transformation. Alchemistische Arbeit ist gefragt, die Umwandlung von negativen, schweren, herunterziehenden Gedanken und Bildern in positive, helle zukunftsweisende Bilder, die uns stärken und uns als den Menschen zeigen, der wir ursprünglich sind – lichtvoll, liebevoll, mitfühlend, ausgestattet mit göttlicher Schöpferkraft, der Kraft zur Selbstermächtigung, zur inneren Selbst-Herrschaft und inneren Autorität, einer inneren authentischen Macht bei Übernahme der vollen Verantwortung für unser Denken, Fühlen und Handeln.

In einem Geburtshoroskop kann das gesamte Aspektbild als ein Schaltplan des Bewusstseins angesehen werden. Es zeigt eine bestimmte planetarische Vernetzung oder ein kosmisches Muster an, das im Bewusstseinsraum eines Geborenen für einen bestimmten Zeitraum wirkt. Dieser Schaltplan findet sich auch in einem Ereignishoroskop wie dem Neumond. Wer das Muster dieses Neumondhoroskops lesen und deuten kann, kann die gegenwärtig wirkenden Kräfte (Planeten) und „Wege“ (Verbindungen, Aspekte) bewusst nutzen, um das Bestmögliche daraus zu machen.

Pluto in enger Verbindung mit dem Neumond zeigt ja die starke und äußerst gefährliche Transformationskraft, die, wenn sie nicht bewusst zur Umwandlung der alten Identifizierungen angewendet wird, große Zerstörung bewirken kann. Mit dem planetarischen Energiemuster der nächsten vier Wochen schenkt uns das Universum die Fähigkeit, trotz des immensen äußeren Drucks innerlich ruhig zu bleiben, die vielen „Schläge“ wegzustecken, zu absorbieren und schließlich in neue Kraft und Stärke umzuwandeln.

Unter Einbeziehung von Chiron, dem verwundeten Heiler in uns, der im WIDDER nach neuen Möglichkeiten sucht, mit der eigenen Aggression wie auch der Angriffslust anderer Menschen fertig zu werden, entsteht eine Viereckfigur aus zwei blauen Strichen (Harmoniestreben als Substanz), zwei innen liegenden roten Quadraten (innere Spannung, Energieerzeugung) und zwei seitlichen kleinen grünen Aspekten (kleine Denkschritte der einfühlsamen Aufmerksamkeit).

Ohne die grünen Linien (Halbsextile) erkennen wir in dem Aspektmuster eine blau-rote Strichfigur, die wie eine Pufferfeder als Energie- oder Schutzmechanismus wirkt. Dieses Bewusstsein beinhaltet eine ständige Federung zwischen Blau und Rot, Substanz und Energie, Stillstand und Antrieb. Das zeigt ein Bewusstsein, das wie ein perfekter Schutzmechanismus wirkt. Dabei wird mit Schlägen, Angriffen und Impulsen von außen gerechnet, man sucht quasi diese Schläge, um gleich darauf zu reagieren und zurückzuschlagen. Das ergibt ein polares Hin und Her, Auf und Ab, ein mehr oder weniger elastisches Reagieren auf sich ständig wechselnden Umstände des Umfelds. Offene Flanken (fehlende Halbsextile) sind extrem verletzliche Schwachstellen. Man ist zwar fähig, die erlittenen Schläge in Stärke umzuwandeln oder auch verbal zurückzugeben, doch man kann sich nicht auf Dauer schützen, da die Energien immer wieder durch die offenen Seiten verloren gehen.

Darin können wir sehr schön die Erfahrungen der letzten Tage wieder erkennen, die wir über die Medien mit verfolgen konnten. Ohne Reflektion, Empathie und mitfühlendes Denken (grüne Aspekte) werden die eigenen Erfahrungen für absolut gesetzt, es wird eine schöne Fassade aufgebaut, Konflikte werden verdrängt, der Horizont bleibt subjektiv und oberflächlich. Wenn das grüne Halbsextil nur an einer Seite vorhanden ist (siehe Neumond), ist die Funktion des Schutzschilds instabil und bekommt immer wieder Schlagseite. Das mindert die Abwehrkraft und wird als schmerzhaft empfunden. Die Umwelt bemerkt diese Schwäche sehr schnell und greift an dieser empfindlichen Stelle an. Hier muss man lernen, sich besser zu schützen.

Ein Schild fürs Immunsystem?

Ist das Viereck aufgrund der kleinen grünen Halbsextil stabil, kann es als Resilienzfigur oder „Schild“ gesehen werden. Der Schild wird als Abwehr verwendet, um sich vor Energieverlust oder Ansteckung durch „fremde“ Eindringliche ins „eigene“ System zu schützen. Man könnte auch von einer inneren Mauer der Abwehr sprechen, die aufgrund der starken inneren Spannungen (zwei gekreuzte rote Quadrate) aufgebaut wird. Die Abwehrhaltung (Mauer) dient dazu, äußere „Feinde“, wie ansteckende „Schläge“, Impulse, Nachrichten und Bilder aus dem näheren Umfeld (3. Haus) abzuwehren, hat aber gleichzeitig den Nachteil, dass auch aus dem eigenen Zentrum keine hilfreichen Informationen empfangen werden (mittlerer kleiner Kreis = innerer Wesenskern). Mit diesem Schild wird aber nicht gekämpft. Man hält ihn lediglich schützend oder drohend vor sich, verharrt dabei in einer starren Haltung oder entzieht sich durch Flucht hinter die Mauer.

Dank der blauen Aspekte (Sextil, Trigon) hat die Resilienzfigur eine große Absorptionskraft, kann viele harte Schläge einstecken und sie in Substanz umwandeln. Dieses „Wegstecken“ geht aber nicht sang- und klanglos vor sich. Die innere Spannung muss sich immer wieder entladen. Nach außen hin bemüht man sich um Anpassung, ist hart im Nehmen, aber innerlich kocht man unter dem zunehmenden Druck, muss dann wieder Dampf ablassen, bedient sich einer aggressiven Kommunikationspolitik, wirft sich gegenseitig die Schuld vor, will den anderen mit Drohgebärden einschüchtern oder vom Leib halten, versucht es mit Klagen und Anklagen.

Rückzug ins Innere Heiligtum

Was in den folgenden vier Wochen wirklich zur Regeneration und Heilung gebraucht wird, ist eine große Ruhe, die durch Rückzug von den Turbulenzen der Außenwelt gewährt wird. Das wird bestätigt von dem Sabischen Symbol des Neumond-Grads „Eine Frau tritt in ein Kloster ein.“ (siehe Blog-Eintrag vom 13.1.21). Die blauen Aspekte (Sextil, Trigon) zeugen von einer inneren Substanz, von innerer Kraft und großen Talenten. Sie können ihre Kraft nur in Ruhe entfalten, wenn wir ihnen auch den Raum dafür geben – am besten regelmäßig und täglich. Die grünen Aspekte zeugen von einer großen Empathie und seelischen Reizempfänglichkeit, für die wir in jedem Moment offen sind – wenn wir nicht auf der starren Abwehrhaltung (Mauer) beharren wollen, die den Trennungsgedanken nur verstärkt.

Trotz der mitfühlenden Empfänglichkeit auf der Herzensebene ist Offenheit gegenüber den Menschen und dem Leben in allen seinen Aspekten die gesunde Version. Was wir alle in dieser Zeit zu lernen und zu üben haben, ist, die eigene Abwehrhaltung gegenüber scheinbaren Angriffen von außen durch Umwandlung zu transformieren – weder durch ständiges Entladen unserer innern Spannung, wie Schuldzuweisungen, mentale Ausbrüche, Schimpfen, Klagen und Drohgebärden, noch durch scheinbares Wegstecken, das auf Dauer auch nicht funktioniert und zu heftigen körperlichen Reaktionen führt.   

Liegender Buddha (Öl)

Aspektfiguren im unteren Raum

Wie schon gesagt, bezieht sich die voll besetzte Nachthälfte unterhalb des Horizonts auf unsere Triebe und Instinkte und die daran gebundenen Verhaltens- und Schutzmechanismen. Die wichtigste Aspektfigur ist das große rote Leistungsdreieck oder T-Quadrat, das durch die Wesensmitte geht. Die zweite dreifarbige Aspektfigur ist ein Viereck mit einem starken Impuls nach Sicherheit und Harmonie, das im Außenbereich angesiedelt ist mit einem Brennpunkt im 3. Haus (exakt auf 6° Fische).

  1. Das große Leistungsdreieck oder T-Quadrat: Neptun in den Fischen befindet sich im Quadrat zu den beiden Mondknoten. Der Mensch am Scheideweg, vor dem nächsten evolutionären Schritt in ein höheres weiteres Bewusstsein, hat etwas zu lernen: allumfassende Liebe, Mitgefühl für alle leidenden Wesen… Die Opposition geht mitten durch die Wesensmitte. Hier soll das Anliegen der SEELE durchgesetzt werden. Es geht nur weiter mit der Entwicklung des Menschen, wenn er sich den Schicksalskräften demütig beugt, innerlich daran reift und in Bezug auf seine leidenden Mitmenschen Mitgefühl und Liebe walten lässt. Der scheinbare Widerspruch zwischen Zwillinge und Schütze soll aufgehoben und zur Ganzheit vereint werden.. Südknoten und Nordknoten, Herkunft/Vergangenheit und Ziel/Zukunft sind im JETZT vereint. YIN und YANG vereint im TAO.

Die Opposition ist keine Trennungslinie, sondern ein Weg des Erkennens, ein Pfad der Integration, ein Lichtstrahl, der von einer Lichtquelle, von einem einmütigen Bewusstsein ausgeht. DAS BIST DU. Du stehst in der Mitte. Du bist die Mitte Du bist strahlendes Bewusstsein. Jetzt.

Ajna (Aquarell)

Neptun-Erfahrung: Jonah und der Fisch

Der Spitzenplanet NEPTUN ist bereit, für dieses Erfahrungsziel, dass die Menschheit auf diesem Planeten eine untrennbare Ganzheit ist, eine Leistung für die Seele der Menschheit zu erbringen und als Erfolg in die Wirklichkeit des Lebens zu tragen. Das heißt: Opfer bringen, bedingungslose Liebe zum Ausdruck bringen… Erkennen, dass Ich der Andere bin. Der oder das Andere ist meine Projektion, die sich in Liebe wieder bei mir inkarnieren darf. Ich integriere das Andere, das Fremde und Abgespaltene, lade es ein zu mir. Mein Wesen ist weit und groß wie der universelle Raum. Und letztendlich diene ich mir selbst, indem ich mich um der Liebe willen immer wieder spalte und vereine… und mich an diesem Spiel erfreue.

Im Außen herrschen allgemeine Verunsicherung und Angst – wegen der unsichtbaren Ansteckungsgefahr, die überall lauert… Angst… die noch geschürt wird durch die vielen widersprüchlichen Nachrichten und Informationen aus den Medien und aus Regierungskreisen. Dazu kommt bei vielen ein Aufbegehren gegen die vom Staat verhängten Lockdowns, die Reise- und Kontakteinschränkungen, die Suche nach Schuldigen und Verantwortlichen für die Einschränkungen.

Das ist jedoch eine sehr kleinliche und beschränkte Sicht auf die gegenwärtige Situation, während Neptun, der Gott der Meere und Gewässer doch dabei ist, die Menschheit durch den großen Fluss der Reinigung zu einem neuen Ufer des Bewusstseins zu geleiten. Er hilft uns, aus unseren Anpassungszwängen herauszukommen und wird immer dann aktiviert, wenn die Anpassungszwänge schuldig machen, die innere Situation mit der äußeren Lebensform nicht mehr übereinstimmt und die seelische Bedrängnis übermächtig wird. Er löst uns aus Dualität und Schuld, führt uns durchs Wasser, taucht mit uns ein in das Meer des Unbewussten, lässt uns die Erfahrung des Wirklichen und Fließenden machen. Er hilft beim Auflösen aller falschen Identifikationen.

Jonas ist vom Fisch verschlungen worden – das heißt: das bewusste Ich, das sich mit einem bestimmten Leben und einer bestimmten Lebensform (Körper) identifiziert, wird von der Wirklichkeit Neptuns verschluckt. Unbewusstes, Verdrängtes, Nichtgelebtes taucht auf, bewegt, ängstigt, verwirrt und irritiert… die bewusste Steuerung des Lebens versagt – die Kontrolle über inneres und äußeres Geschehen entgleitet uns. Die Nacht des Unbewussten umgibt uns.

Nach dem Prozess der Ablösung von den bisherigen  Maßstäben des Lebens und unserer Identifizierung damit, nach dem Herausheben aus der seelischen Bedrängnis, wird JONAS, das bewusste Ich, vom Unbewussten wieder ausgespien, an das Land des Bewusstseins zurückgeworfen.

Zu dem schöpferischen Potenzial der Quintile im Neumond-Horoskop (gelb eingezeichnet) gibt es demnächst einen separaten Blog-Eintrag über den Menschen als Mit-Schöpfer .

Quellen:

Zur Aspektbild-Astrologie

siehe Bruno & Louise Huber, API-Verlag, Adliswil/Zürich, 1999 und

Spirituelle Astrologie, Hans Joachim Badzong Herzlichen Dank!

Sternengrüße

eure Sundra

Neumond im Schütze mit SOFI am 14.12.2020

Neumond 14.12.20 17.17 h für Berlin

Die Sonnenfinsternis ist zwar in Europa nicht sichtbar, dafür aber wirksam. Auf der politischen Bühne sind Donald Trump (Mond) und Angela Merkel von diesem Neumond plus Sonnenfinsternis betroffen. Bei Angela Merkel fällt sie ins 1. Haus zwischen Schütze-Aszendent und Schütze-Mars, bildet ein gradgenaues Trigon zu ihrem Löwe-Pluto im 8. Haus (Wandlungspotenzial), ein exaktes Sextil zu ihrem Waage-MC in Konj. Neptun. Insgesamt hat die Kanzlerin sechs Planeten und zwei kardinale Punkte auf 23°-26° stehen, die alle von der Finsternis betroffen sind. Hinzu kommt noch der Pluto-Transit in Opposition zu ihrer Krebs-Sonne (25°).

Jeder kann in seinem Geburtshoroskop nachschauen, in welches Haus dieser Neumond plus SoFi auf 24° Schütze fällt. In diesem Lebensbereich wird etwas Neues im Bewusstsein initiiert, nicht ohne dafür zu sorgen, dass die bisherige, nicht mehr angemessene Form oder Vorgehensweise dem Chaos verfällt und sich auflöst.

Die Schütze-Energie steht für Synthese und geistiges Streben, für die Suche nach dem Sinn und höheren Zielen, für die Entwicklung von Sternenweisheit und Intuition, Weitsicht und Vision. Wird hier die geistige Dynamik und Schwungkraft gebremst, gestaut, geleugnet oder reglementiert, entspricht das einer Verdunkelung des Lichts. Dann versperrt sich der Mensch den Zugang zu seiner inneren Weisheitsquelle und seinen geistigen Erneuerungskräften, verfällt der Dunkelheit, Depression oder dem Wahn-Sinn.

Der Neumond findet im Feuerzeichen SCHÜTZE statt, wir haben hier ein Stellium von drei Planeten und dem südlichen Mondknoten. Im 6. Haus finden diese starken Feuerimpulse des Wachstums, der freudvollen Bewegung, Expansion und Orientierung schwierige existenzielle Bedingungen vor, müssen sich anpassen, unterordnen, was sie nicht immer wollen und können. Gefühle und Impulse werden gestaut, der Druck von „oben“ und „innen“ (Fische-Neptun 10. Haus) wird als schmerzhaft und stark empfunden. Die so genannte Pandemie und entsprechende neue Gesetze reduzieren die Teilnahme am Leben auf drastische Weise: Mund- und Nasenschutz, Kontakt- und Reiseverbote, soziale Ausgrenzung, Quarantäne, Schließung von Schulen, Kitas und Betrieben… Verzicht auf Bildung, Kultur, Berufsausübung und Einzelhandel… Gefühle stauen sich und brechen immer wieder hervor: Angst, Trauer, Leid, Wut und Frust. Nicht nur beim Volk (Mond), auch bei den Gesetzesgebern und der Regierung (Saturn).

Und bei alledem ist ein Ende, eine Lockerung oder Lösung dieser Krise nicht in Sicht. Die Situation erscheint hoffnungslos. Das zeigt auch der Neptun in den Fischen oben im 10. Haus (Bestimmung, Berufung, höchstes Ziel…). Wo doch der Schütze das Zeichen der Hoffnung, der Visionen und frohen Botschaft ist. Welcher Vision folgen wir jetzt? Welches Ziel streben wir an? Aus welchem Quell schöpfen wir Lebensmut, Zuversicht und Kraft für ein Weiterleben? Etwa aus der unendlichen Wissensflut von Nachrichten, Zahlen und Statistiken? Aus den Versprechungen der Pharma-Industrie auf ein Wundermittel, einen Impfstoff?

Eines ist sicher: Suchen wir im Außen nach Orientierung, finden wir nur Täuschung, Chaos, Unsicherheit und Verwirrung. In den Gesetzen und verordneten Maßnahmen der Machtinhaber finden wir weder Sinn, noch Lösungen, noch Kraft für ein Weiterleben. Doch wir können unsere Aufmerksamkeit auf das innere Leben, auf unsere Gefühle, Ahnungen und Träume richten. Statt nach außen, können wir die Reise nach innen antreten und unsere eigene Weisheitsquelle anzapfen, uns auf die Suche machen nach dem, was beständig und unzerstörbar ist, nach dem geistigen „Wasser des Lebens. Wir können die im Dunkeln schlummernden Schätze (aus den Wasserzeichen und -häusern) ans Licht holen.

Ist es möglich,

dass man trotz Erfindungen und Fortschritten,

trotz Kultur, Religion und Weltweisheit

an der Oberfläche des Lebens geblieben ist?  (Rainer Maria Rilke)

Der Alte der Tage (Aquarell)

Für Deutschland(Berlin) ergibt sich ein Aszendent von 14° Krebs und damit auch eine Konjunktion mit dem Fixstern Sirius. Das Sabische Symbol für diesen Tierkreisgrad lautet:

„Ein sehr alter Mann blickt zu einem riesigen, dunklen Raum im Nordosten.“

Ähnlich könnte man auch den Fische-Neptun im 10. Haus interpretieren, ein Nichts und Niemand, die große Leere, das TAO, die unveränderliche Wirklichkeit als letztes Ziel oder menschliche Bestimmung. Der Archetyp des weisen Alten (in der Kabbala ist es „der Alte der Tage“) steht für eine sich selbst erhaltende Kraft, für Furchtlosigkeit und Mut, der ersten und einzigen Wirklichkeit zu begegnen, der großen Leere und scheinbaren Dunkelheit, die in Wahrheit ein intensives Licht ist. Der Alte lebt in uns als ursprünglicher geistiger Zustand, als Realität jenseits von Werden und Vergehen, Tod und Geburt. Hinter allen äußeren Erscheinungen besteht ein unermesslicher Raum in unserem Innersten als höchste, uralte Weisheit.

Auf der Ekliptik steht der Fixstern Sirius aus dem Sternbild Großer Hund bei 14° Krebs. Seine Mars-Jupiter-Qualität (feurig, aktiv) begünstigt Ehrgeiz, Eifer, Hingabe, Leidenschaft, Erfolgsstreben und Aufstieg unter Anstrengung und Gefahren. Steht Sirius am Aszendenten und geht – wie hier in Berlin um 17.17 h – mit dem unsichtbaren Schwarzmond im Osten auf, verleiht er großen und auch gefährlichen Ehrgeiz, der bei Unachtsamkeit zu Verletzungen führen kann.

Das Sirius-Thema ist und bleibt die ewige Suche (die Quest), das Reisen, Erkunden, Forschen und Entdecken als Bestimmung. Die Geschichte dieses Sterns ist die Geschichte der ägyptischen Isis, die die verstreuten Teile ihres Gatten Osiris sucht… ein tief in der menschlichen Seele verwurzelte Thema… die Suche nach Unsterblichkeit, nach dem ewigen Leben – dem Archetyp Ewiges Leben. Das Einsammeln und Zusammenfügen zu einem Ganzen gehört zu den Stärken der Schütze-Energie.

Die alten Ägypter nannten den Stern Sirius den Glühenden. In ihm glüht ein unsterbliches Feuer der Kreativität. Mit dem Aufgang von Sirius beginnt auch die Suche des Menschen nach der Ewigkeit. Kein Ende wird akzeptiert und mit glühendem Eifer wird das erschaffen, was Fortbestand hat und weiterlebt. Nein, das Bewusstsein der Unsterblichkeit wird nicht neu erschaffen, sondern wird als geistiges Erbe wieder entdeckt.

Sirius bringt am Aszendent zeigt das Potenzial zu großen Taten an: Seine Leuchtkraft vermag das Mundane und Alltägliche zu heiligen, zu weihen und einzubinden in die allumfassende Liebe. Sirius ist der Überbringer einer kosmischen Botschaft, schenkt Glanz, Leuchtkraft und großen Mut, der spirituellen Wirklichkeit ins Gesicht zu sehen: Das, was wir im Außen suchen, ist bereits in uns selbst Wirklichkeit – Unsterblichkeit, Ganzheit, Vollkommenheit, Alles… Isis, die Geistseele, ist bereits vereint mit ihrem Gatten Osiris, dem kosmischen Bewusstsein. So wie auch Shiva & Shakti niemals getrennt sind. Die Gefahr bei dieser herausragenden Stellung am Aszendenten ist der Ehrgeiz, die Dinge zu schnell voranzutreiben. Die scheinbar unbedeutende Handlung eines Einzelnen kann zu katastrophalen Auswirkungen auf das Kollektiv führen.

Schauen wir uns die Neumondkonstellation und die Aspekte, die empfangen werden, genauer an:

Drei Vögel (Aquarell)

Beim Symbol von 24° Schütze sitzt ein „Blauvogel“ – ein „Hüttensänger“ – auf dem Tor eines Landhauses. Der Hüttensänger ist ein Glückssymbol und Zeichen dafür, dass in diesem Haus bzw. in diesem Bewusstsein Frieden und Glück wohnen. Vögel repräsentieren geistige Kräfte, und die blaue Farbe weist auf große Seelenruhe und Weite, spirituelles Denken und innere Gelassenheit.

Im 6. Haus (einem Erdhaus) müssen wir uns mit unseren Unzulänglichkeiten, Schwächen und Ängsten befassen. Schlimmstenfalls werden wir mit Krankheiten und unserer Sterblichkeit konfrontiert. Wir werden herausgefordert, die Krise zu meistern, Erfahrungen der Niederlage und Unvollkommenheit anzunehmen, umzuwandeln, das richtige „Heilmittel“ zu finden. Psychisch und mental experimentieren wir mit unseren Grenzen.

Mit dem Feuerzeichen Schütze im 6. Haus wollen wir keine Korinthen zählen, keine Statistiken verfolgen und Versprechungen hören, unserem Geist keine Fesseln anlegen. Der Neue Mond schenkt uns die Schütze-Energie als Heilmittel: den Blick über den Tellerrand, in die Ferne, zum Horizont und darüber hinaus. Wir haben es in der Hand, ob wir uns mit dem vergänglichen, sterblichen Körper identifizieren oder mit dem göttlichen Bewusstsein, dem ewigen Licht. Wollen wir ungeprüft übernommenen Gedankenmustern Glauben schenken oder werden wir jeden stressigen Gedanken auf seinen Wahrheitsgehalt prüfen und hinter uns lassen wie ein abgelegtes Kleidungsstück? Wir tun jetzt gut daran, uns selbst und anderen nichts zu glauben, jeden Gedanken auf seinen Wahrheitsgehalt zu hinterfragen. Bauen wir lieber Vertrauen auf.  

Auf dem Weg zu diesem Neuen Bewusstsein gehen viele Menschen als Pioniere voran und lassen uns teilhaben an ihren Erfahrungen, Wandlungen und Visionen. Wir alle sind auf der Reise in die unbekannten Tiefenbereiche der Seele, und auf diesem Weg zu unserem wahren Einen Selbst wird auch unsere Gegenwart in die rechte Perspektive gerückt. Wir können nicht mehr enttäuscht, gelinkt oder fehlgeleitet werden, denn wir haben die Verbindung mit unserem wahren Lebensgrund wieder aufgenommen, Herz und Bewusstsein sind offen für das Ursprüngliche und Wahre.  

Vision in den Anden (Aquarell)

Der engste Aspekt des Neumonds ist die Konjunktion von Merkur und Südknoten im Schütze. Er zeigt, dass die Kräfte des Alten und Gewohnten, der materiell-körperlichen Sichtweise und des alten Denkens massiv sind, dass sie sich jedoch allesamt dank Merkur im großen alchemistischen Kessel der Transformation einer Wandlung unterziehen. Wir sollten auch unseren „eigenen“ Gedanken keinen Glauben schenken (sofern es so etwas wie „eigene“ Gedanken überhaupt gibt).

Der nächste Aspekt ist das Halbsextil (30°) zu Pluto (grün)im 7. Haus der Begegnungen. Dieser zeigt die Wandlungsbereitschaft und das Bedürfnis, neue Sichtweisen einzunehmen, zu lernen, zu lesen und sich zu informieren. Die Menschen sind bereit für den „kleinen Denkschritt“, der zu einer großen Wandlung führt.

Pluto auf  24° Steinbock hat als Symbol: „Eine Frau tritt in ein Kloster ein“.

Auf dieser Stufe verpflichtet sich die Frau / die Seele / das empfängliche Bewusstsein völlig an ein transzendentes Ziel. Das Leben ist für die Seele unbefriedigend und sinnlos, solange sie keine Verbindung zu dauerhaften Werten aufbaut und pflegt. Es wird hier ein WEG jenseits des alltäglichen Lebens mit seinen bekannten Verhaltens- und Beschäftigungsmustern gezeigt, der ebenfalls einen sozialen Wert hat – der des Mönchs oder der Nonne und in Indien der des Sannyasins oder Yogis. In Indien galt dieser Weg des Wandermönchs oder Heiligen als ein Höhepunkt des gesellschaftlichen Prozesses.

Mit der Schütze-Energie erhält der Mensch Einblicke in seinen inneren Kosmos, die ihm zeigen, dass er als Persönlichkeit für sich genommen ein NICHTS ist und dass er sich nur finden kann, wenn er auf irgendeine Weise Teil des alles umfassenden Selbst wird. Alle Talente und Fertigkeiten des Menschen sind nur sinnvoll, wenn sie in den Dienst des Ewigen gestellt, d.h. der höchsten Wirklichkeit geweiht werden. Wie viele Menschen kennen bereits die unwiderstehliche Kraft einer echten inneren Vision! Und sie tun, was immer sie tun müssen, um sich und ihrer Vision treu zu bleiben!

Pluto im 7. Haus zeigt die intensive Suche nach geistiger Nahrung und einem Bewusstsein, das „die Welt“ übersteigt, transzendiert… nach einem friedvollen Weg, inmitten der Gemeinschaft einen geistigen Weg zu verfolgen und zu verwirklichen. Damit offenbart sich ein Wandlungspotenzial, das sich selbst überwinden kann, das den Weg der Wunschlosigkeit, Entsagung und Askese gehen kann.

Das Symbol des Klosters steht für den Rückzug ins eigene Innere (siehe auch Nördlicher Mondknoten im 12. Haus und Fische-Neptun im 10.Haus), für Selbstüberwindung, Entsagung, Verschmelzung mit Gott. Für den nächsten Mondzyklus wird jeder, der ernsthaft sein Inneres erforscht, sich selbst und seiner lebendigen Weisheit treu bleibt und sich vom gegenwärtigen Chaos keine Furcht suggerieren lässt, mit liebevoller Unterstützung, innerer Stabilität und beglückenden Visionen beschenkt. Das verheißt schon der blaue Vogel auf im Seelenhaus.

Bewusstseinspfade (Aquarell)

Das T-Quadrat zwischen den Mondknoten, Sonne/Mond/Merkur zu Neptun bildet ein großes Leistungs-Dreieck (rot). Aufgrund einer starken inneren Spannung / Zerrissenheit zwischen alten Gewohnheiten und Sichtweisen (Schütze Südknoten) und dem Vertrauen in das noch Unbekannte (Nordknoten in 12) erhoffen sich die Menschen Unterstützung, Hilfe und Lösungen von ihrer Regierung und deren Erfüllungsgehilfen, den wissenschaftlichen Experten. Sie bekommen jedoch nur Chaos, Verwirrung und Angst zurückgespiegelt.

Positiv schenkt Neptun großes Mitgefühl, selbstlose Hilfsbereitschaft, psychisches Feingefühl und eine immense Sehnsucht nach Einheit und mystischem Bewusstsein. Als Endergebnis und Bestimmung repräsentiert er bestenfalls spirituelles Erwachen. Doch so etwas hat bei uns ja keine Bedeutung, was aber nicht heißt, dass es nicht stattfindet. Die Kehrseite heißt Täuschung. Wir täuschen uns bezüglich unserer Identität  und Wahrnehmung. Auf einen klaren Verstand können wir uns jetzt keinesfalls verlassen. Am besten kommen wir bei diesem Schwebezustand des Übergangs noch mit Vertrauen in eine innere geistige Führung zurecht. Negativ wirkt sich das Neumond-T-Quadrat zum Neptun als Verblendung, Selbsttäuschung, Lüge, Verschleierung aus und verursacht Auflösung und Chaos.

Die spirituelle Neptunenergie im Spannungsaspekt zu Sonne/Mond/Merkur im 10. Haus der Berufung und Selbstverwirklichung. Was kann das bedeuten? Wie kann das ersehnte Traumziel oder die Sehnsucht nach allumfassender Liebe und spiritueller Lebensführung verwirklicht werden? Haben wir eine Regierung, deren Vertreter in selbstloser und edler Gesinnung zum Wohle aller Menschen handeln? Ein neptunischer Status kann wohl eher den Karriere- und Statusverweigerern, Aussteigern, Besitz- und Machtlosen zugeschrieben werden, die sich auf ihren Nicht-Status nichts einbilden, denen man keine Angst einjagen kann, die man mit Strafen wie Hausarrest und Quarantäne, Entsagung, Konsumverzicht, Reise- oder Versammlungsverbot nicht beeindrucken kann, da es ihnen um Menschlichkeit, selbstlosen Dienst und das Ideal der göttlichen Liebe geht.

Alle Menschen verspüren den Wunsch nach Einheit oder tragen eine tiefe, unerfüllbare Liebessehnsucht in ihrem Herzen. Jeder verspürt ein religiöses Urgefühl, das ihn veranlasst, sich einem unerkannten höheren Prinzip hinzugeben, das für ihn der Inbegriff göttlicher Liebe ist. Wir dürfen wohl behaupten, dass das Ideal christlicher Nächstenliebe – unabhängig von jeder Konfessionsform – noch nicht erreicht ist. Neptun in dieser Neumondposition erzeugt den Wunsch nach Bhakti, nach religiöser Hingabe und mystischer Verschmelzung. JETZT darf jeder auf seine eigene Visionssuche gehen und sein unsterbliches Potenzial entdecken! Wer es nicht tut, läuft Gefahr, getäuscht zu werden und Illusionen aufzusitzen.

Wer jedoch Macht um der Macht willen sucht oder gesucht hat, wird schon sehr bald aus seiner Pseudo-Machtposition fallen und seine angemaßte Autorität verlieren.

Dann gibt es noch das Trigon (blau) vom Widder-Mars aus dem 11. Haus.

Symbol 21° Widder: Ein Boxkämpfer betritt den Ring. Yin und Yang im Wechselspiel

Der kämpferische und tatbereite Mars im Widder, dem sich in den letzten sehs Monaten das mächtige Steinbockaufgebot von Jupiter, Saturn und Pluto immer wieder in den Weg gestellt hat, wird nun an Weihnachten einen letzten Schlagabtausch mit Pluto haben. Nun wird sich zeigen, in welchem Maße die wilden Durchsetzungskräfte gemeistert werden, ob sie der bewussten Selbstkontrolle und Verantwortung unterliegen. Oder ob weniger kultivierte Egomanen die Kraft weiterhin für ihre groben Machtkämpfe, Egospiele und impulsive Anfeindungen missbrauchen. Mars-Pluto hat eine gehörige Portion verdrängter Wut im Bauch, die plötzlich wie ein Vulkanausbruch unkontrolliert und impulsiv herausschießt.

Die tatgewaltige Marsenergie kommt aus dem 11. Haus und will hier natürlich über sich selbst, seine Freizeit, seine Aktivitäten mit Freunden und seine Wünsche bestimmen. Was sinnvoll und gesund ist oder nicht, will er sich nicht vorschreiben lassen, ebenso nicht, ob er Freunde und Bekannte treffen, Seminare, Partys oder Demos besuchen darf. Wer diese Kräfte verbieten oder reglementieren will, muss mit großem Widerstand und roher, massiver Gewalt rechnen.

Mars kann in dieser Konstellation (Mars-Pluto-Sonne/Mond/Südknoten) auch die Vorgehensweisen bestimmter Machtinhaber ans Licht bringen, wie sie die Hilfsbereitschaft von Menschen für ihre Mitmenschen/Kollegen ausnutzen und missbrauchen. Ich denke da an das Krankenhauspersonal und viele andere Helfer, die wegen ihres Einsatzes während der Corona-Krise erst als Helden gefeiert wurden und dann in ihrer Erschöpfungsphase leer und ausgebrannt ohne spürbare konkrete Wertschätzung im Stich gelassen wurden.

Mars und Pluto liefern ein gewaltiges Potenzial zur Transformation. Sie verfügen über eine rebellische Energie, sich gegen die Repressalien in der Gesellschaft aufzulehnen, helfen dabei, falsche Autoritäten zu entlarven, dunkle Machenschaften und verdrängte ideologische Haltungen aufzudecken und zu bereinigen. Wenn das anonyme Böse und Unrechte aufgedeckt und beim Namen genannt wird, nimmt man ihm damit seine Macht und Kraft, macht es unschädlich. Die Konstellation schenkt die Aufdeckungskraft, sich gegen zwanghafte Über-Zeugungen und fremde Sozialprogramme mit ihren ansteckenden Programmviren zu wehren – mögen sie Scharlach, AIDS, Schweinegrippe oder Corona genannt werden… und das „Rumpelstilzchen“ beim Namen zu nennen…

RUMPELSTILZCHEN (Öl)

Der letzte Aspekt zum Neumond mit SoFi kommt von Uranus, ein Anderthalbquadrat (135°), ebenfalls aus dem 11. Haus der Freunde, Wahlverwandtschaften und lebensbestimmenden Ideale. Das heißt, dem elften Haus werden die Eigenschaften des elften Tierkreiszeichens zugeschrieben: des visionären, humanitären und zukunftsorientierten Wassermannes. Hier ist es unsere Aufgabe, uns mit anderen zusammenzuschließen, um dem Wohl der Gemeinschaft zu dienen und sich gegenseitig bei der Selbsterneuerung zu unterstützen. Denn jede Neuerung, und jede Revolution, jeder erste Schritt beginnt als ein schöpferisches Konzept.

Symbol von Uranus 8° Stier:Ein Schlitten auf schneeloser Erde.“ –  Zauberkraft, Magie, Imagination… Hinübergleiten in eine Neue Zeit … zukunftsorientierte Imagination… Voraussicht … Vorbereitungen treffen für eine zukünftige Situation…  

Schnee ist für ein Gleiten auf der Erde nur dann nötig, wenn man keine Phantasie hat. Im ägyptischen Totenbuch wird der Schlitten für Übergänge in transzendente Bereiche gebraucht – ähnlich dem Fliegen. Das Symbol ist eine Aufforderung, sich im Umgang mit den Problemen des Alltags der Vorstellungskraft und Magie zu bedienen Jeder Moment – mag er noch so aussichtslos erscheinen – birgt ein Potenzial, ebenso ist dem Bewusstsein oder Geist nichts unmöglich. Der Wille des kosmischen Selbst ist von äußeren Umständen unabhängig. Bewusstsein hat jederzeit und überall die Kraft, ein Leben nach der prophetischen Vision eines Pioniers zu gestalten. 

URANUS steht auf diesem Grad eng zusammen mit Lilith, der urweiblichen Kraft.

Lilith 7° Stier: „Die Frau aus Samaria am Brunnen“

Dieser urweiblichen Energie offenbart sich der göttliche Geist, der Sohn Gottes, der Messias – und nur diesem weiblichen Bewusstsein, da es der alten Ordnung und den traditionellen Bindungen nicht angehört, da es sie im Namen der Liebe zurückgewiesen hat. Rudhyar schreibt dazu:

„Die schöpferische Zukunft steigt zuerst zu dem hernieder, was Chaos geworden ist. Eine alte Ordnung ist niemals offen für eine neue Offenbarung, bevor sie nicht die Unordnung im Namen dessen angenommen hat, das sich allen Formen der Ordnung unterwirft und diese übersteigt: die Liebe.“

Ein spannungsreiches Anderhalbquaderat verbindet Uranus und Lilith mit dem Stellium im Schütze (Sonne-Mond-Merkur). Es stellt eine große Herausforderung und Lernaufgabe für alle „Ichs“ dar, die sich aufgrund ihres Nicht-Wissens mit dem Körper identifizieren, deren Bewusstsein hartnäckig auf dem materiellen Aspekt beharrt und keine andere Realität gelten lässt. Für die meisten ist es ein Thema, das ihnen Angst macht und das sie mit dem Tod in Verbindung bringen. Zu Recht, denn ohne den Tod des Egos, der vergänglichen, sozialen Persönlichkeit, gibt es kein Auferstehen im unsterblichen geistigen Leib.

Das Symbol des Brunnens führt auch zum alchemistischen Merkurbrunnen, dem vas hermeticum, in dem die Wandlung geschieht. Eine Metapher für den Seelengrund als ein Gefäß, in dem sich das göttliche Wasser oder  das finstere Meer, oder das Chaos befindet.  Als Archetyp steht der Brunnen für Heilung, Verjüngung, ewiges Leben oder seelische Wiedergeburt. Er ist das sprudelnde Urbild des Lebendigen, der Urschoß, aus dem der Mensch schöpft.

Möge der „Blaue Vogel“ all jenen Segen schenken, die sich selbst gegenüber aufrichtig sind. ich wünsche allen ein glückliches Zuhause!

Eure Sundra

Ewiges Leben (Aquarell)

Der Wasserarchetyp

Der Archetyp Wasser

Der Weg zu unserer Seele und den Ursprüngen des Lebens führt zum Wasser, einem Symbol des Unbewussten wie auch des Geistes. Der Geist Gottes schwebt nicht nur über dem Wasser, er erforscht auch die Tiefen der Gottheit. Das I Ging beschreibt das Zeichen Kan  Wasser KAN , das Wasser, wie folgt:

»Ein Yangstrich ist zwischen zwei Yinstriche hineingestürzt und wird von ihnen eingeschlossen wie das Wasser in einer Talschlucht. Das Empfangende hat den mittleren Strich des Schöpferischen erlangt, und so entsteht Kan. Als Bild ist es das Wasser, und zwar das Wasser, das von oben kommt und auf der Erde in Bewegung ist in Flüssen und Strömen und das alles Leben auf Erden veranlasst. Auf den Menschen übertragen stellt es das Herz, die Seele dar, die im Leib eingeschlossen ist, das Lichte, das im Dunkeln enthalten ist, die Vernunft« (Hexagramm 29).

Von Laotse wird erzählt, wie er, schon hoch betagt und auf einem Ochsen reitend, seine Heimat verlässt. An der Landesgrenze wird vom Zöllner gefragt, was er denn zu verzollen habe. Der Junge, der seinen Ochsen führt, antwortet: »Er hat gelehrt.« Auf die Frage, was er denn »rausgekriegt« hat, sagt der Junge: »Dass das weiche Wasser in Bewegung mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt. Du verstehst, das Harte unterliegt.«

Im Tao Te King, dem Lebenswerk Lao Tses, heißt es:

Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser. Und doch in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich. Es kann durch nichts verändert werden. Dass Schwaches das Starke besiegt und Weiches das Harte besiegt, weiß jedermann auf Erden, aber niemand vermag danach zu handeln.[1]

[1] Tao Te King, Übersetzung von Richard Wilhelm, Diederichs Gelbe Reihe, 7. Auflage 1993, Kap. 78

Das Urbild Wasser symbolisiert das Licht oder den Geist, der sich im Dunkel verbirgt, wie der männliche Same im dunklen Mutterschoss oder der geistige Same in Mutter Natur enthalten ist. Im Mythos von Danae (der Seele) ist es der zeugende Geist – Zeus als befruchtender Goldschauer von oben – der durch das Turmgemach dringt und DANAE_600_Cdie eingesperrte Königstochter schwängert. Rufen wir uns diese Tatsache zum Verständnis unserer Wasserträume ins Bewusstsein: Im Unbewussten (Wasser) verbirgt sich der Keim der Bewusstheit, wie im Dunklen der Lichtsame. An ihm kann sich unser Seelenstoff entzünden und begeistern.

Menschen mit einer Betonung der Wasserzeichen (Krebs, Skorpion, Fische) und Wasserhäuser (viertes, achtes, zwölftes Haus) sind sehr empfänglich für die Einflüsse des Unbewussten. Goethe nennt in seinem »Faust« den dunklen, kollektiven und universellen Bereich der Archetypen das »Reich der Mütter«. Ja, die Archetypen sind »Mütter« für uns, da sie uns mit kosmischer Energie und seelisch-geistiger Lebenssubstanz versorgen. Sie sind allesamt vom Geist befruchtet, tragen den Keim der Bewusstheit und den Samen des Lichts in sich.

Menschen mit Wasserbetonung in ihrem Geburtshoroskop sehnen sich nach Geborgenheit und Schutz. Sie brauchen das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Einheit als stabilisierende Grundlage. Dieses Grundgefühl kann versagt oder verletzt werden, wenn Saturn, Uranus, Neptun oder Pluto den Aszendenten, den Mond oder die persönlichen Planeten in den Wasserzeichen beeinflussen. Bei leeren oder schwach besetzten Wasserhäusern zeigt sich die Wasserenergie in den Planeten Mond, Neptun und Pluto. Wo diese Planeten stehen, erfahren wir den Einfluss des Wassers und des Mütterlichen am stärksten, als emotionale Grundstimmung, als Gefühlsbewegung und Situation im Wandel oder als Stauung, Blockade und Hemmung.

Wir werden mit starken Gefühlsregungen, Trieben und instinkthaften Reaktionen konfrontiert und von Erwartungen, Vorstellungen, Sehnsüchten und Wünschen motiviert, die uns größtenteils unbewusst und bereits von den Ahnen übernommen worden sind. Das innere Geschehen vom Wasser offenbart sich in Urbildern von Brunnen, Quellen, Seen und Flüssen, von Fischen, Schlangen,  Meeresungeheuern und Nixen. Die oberen Wasser kommen als befruchtender Regen oder Schauer aus den Wolken, die unteren Wasser der Erde sind die tragende Ursubstanz, aus der alles Lebens entsteht und genährt wird. Im alltäglichen Bereich spiegelt uns der Wassertraum den Umgang mit unseren Gefühlen (Wasser): Wir bewegen uns im Wasser, auf dem Wasser, unter Wasser, wir reinigen uns und unsere Umgebung mit Wasser, wir trinken es und geben es weiter. Es gibt Angstträume von Dunkelheit, Überschwemmungen und Abgründen, aber auch wundersame Träume von geheimnisvollen Verzauberungen und Wandlungen in Höhlen, Wäldern, dunklen Räumen und Behältern.

Die Nibelungensage ist eine Fundgrube der Wassersymbolik. Sie enthält Symbole aller drei Wasserzeichen: den Weisheitsquell und die Nornen am Fuße der Weltenesche, die Urmutter Erda im Schoße der Erde, den Gott Wotan, der ein Auge für den Trunk aus der Weisheitsquelle opfert, seine Gemahlin Freya, die Göttin der ewigen Jugend, das Rheingold mit den magischen Kräften und den daraus geschmiedeten Ring, ferner die drei Nixen oder Rheintöchter, den Zwerg Alberich mit Tarnkappe – ein Nibelung aus der Tiefe der Erde, der den Nibelungenschatz hütet – den jungen Helden Siegfried, der den Drachen tötet, in dessen Blut badet und den Nibelungenschatz samt Tarnkappe erbeutet, schließlich Hagens Zaubertrunk des Vergessens, mit dem Siegfried die Erinnerung verliert. Nach Siegfrieds Tod kehrt der Ring durch Brünnhilde, der Tochter von Wotan und Erda, zu den Rheintöchtern zurück, die ihn wieder in Rheingold auflösen. Brünnhilde gibt sich als wahre Gemahlin Siegfrieds zu erkennen, reitet mit ihrem Pferd in das selbst entzündete Flammenmeer des Scheiterhaufens und folgt ihrem Geliebten in den Tod.[2]

Die Aufgaben der Wasserzeichen sind: die Bedürfnisse der Seele wahrnehmen und erfüllen, den eigenen Gefühlen, der Intuition und dem Lebensfluss vertrauen, dem Tao folgen, geschehen lassen, lachen und weinen können, Mitgefühl, Erbarmen und Hingabe zum Ausdruck bringen, das Überwinden von Ängsten, das Erkennen und Zurücknehmen von Projektionen und Vorstellungen,  das Auflösen von Abhängigkeiten sowie das Lösen von Fixierungen. Das Durchleben von Tod und Auferstehung, Wandlung, Regeneration und Heilung erfolgt durch das Erkennen und Annehmen des Schattens (Integration der gegenüberliegenden Erdzeichen).

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Lassen wir die Sprichwörter der Wasserzeichen sprechen.

Krebs: »Zeit für Gefühle«, »Zurück zu den Müttern«, »Sesam, öffne dich!«, »Ins eigene Schneckenhaus zurückziehen«, »Am Rockzipfel der Mutter hängen«, »Jemanden in Watte packen«, »Wie die Glucke auf den Eiern sitzen«, »Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm« und »Heimchen am Herd«.

Skorpion: »Stirb und werde!«, »Licht ins Dunkel bringen«, »Alles auf eine Karte setzen«, »Sich schwarz ärgern«, »Auf der Lauer liegen«, »Da ist der Wurm drin«, »Es geht ans Eingemachte«, »Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein« und »Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch«.

Fische: »Das letzte Hemd hat keine Taschen«, »Wer’s glaubt, wird selig«, »Einer trage des anderen Last«, »Nicht von dieser Welt sein«, Etwas Geplantes »fällt ins Wasser«, durch die »rosarote Brille« sehen, »jemanden zappeln lassen« und »Im Wolkenkuckucksheim leben«.

[1] Tao Te King, Übersetzung von Richard Wilhelm, Diederichs Gelbe Reihe, 7. Auflage 1993, Kap. 78

[2] Aus dem vierteiligen Opernzyklus »Der Ring des Nibelungen« von Richard Wagner: »Das Rheingold« – »Die Walküre« – »Siegfried« – »Götterdämmerung«. Die Schreibweise Brünnhilde weckt sowohl Assoziationen an den Brunnen als auch an das Brennen auf dem Scheiterhaufen als Erlösungsmotiv (letzter Akt »Götterdämmerung«). Das Zusammentreffen von Wasser und Feuer löst einen großen Wandlungsprozess aus.

 

VOLLMOND

Textauszug aus Sundra Kanigowski „Traumdeutung und Horoskopdeutung“ Teil I

Bildquelle:

Foto „Almequelle“, Aquarelle „Danae“ und „Fischgesicht“, Ölgemälde „Vollmond bei Nacht“ – alle ©Sundra Kanigowski