Das Aspektbild – Neumond 13.01.2021

Resilienz und Selbsterneuerung: Weiterleben mit der Katastrophe

Neumond Steinbock

Pufferfeder, Resilienzfigur oder Schild

Da habe ich vor einiger Zeit ein arte-Video über Resilienz gesehen, mir Aufzeichnungen gemacht … und finde nun im aktuellen NEUMOND-Horoskop vom 13.1.21 eine Aspektfigur, die genau dieser seelischen Stärke und Widerstandskraft entspricht. Sie wird Pufferfeder, Resilienzfigur oder auch Schild genannt.

Was genau ist Resilienz? Es ist die Fähigkeit, mit extremen Belastungen oder Angriffen fertig zu werden, ohne seelisch daran zu zerbrechen. Es handelt sich um eine Art Steh-auf-Männchen-Qualität, um dieWiderstandskraft der Seele nach einem Trauma und beinhaltet zugleich die Fähigkeit, das traumatische Geschehen bewusst zu integrieren und für die eigene Stärke zu nutzen. Es geht hierbei nicht nur ums Überleben und Durchhalten, sondern um das Wieder-auf-die-Beine-kommen, um ein Leben und Weiterleben in Würde und mit erhobenem Haupt. Es geht um Selbstentwicklung, Selbsterneuerung und Selbsterschaffung nach unserem positiven Bilde: Wir leben im Hier & Jetzt, genießen jeden Moment, ohne uns um Vergangenes oder Zukünftiges zu sorgen, sind viel mutiger, können zuhören und gönnen uns selbst Zeiten der Stille und inneren Einkehr, in denen wir unsere Einheit mit der kosmischen Liebesquelle bewusst erfahren und aktivieren.

Vor allem werden wir uns der alten Programme und Verhaltensmuster bewusst, der angelernten Reaktionen auf Verletzungen, Demütigungen, Niederlagen… und wir erfinden neue Lösungen für alte Probleme, lernen das Hinterfragen und Umdenken. Wir werden zu Mit-Schöpfern unseres eigenen Lebens, heilen unsere alten Wunden und erschaffen uns selbst als einen neuen Menschen (siehe Stellung von Chiron).

Auch ich wurde im Leben immer wieder mit traumatischen Erfahrungen in meinen Beziehungen konfrontiert, bis mich die Entelechie, das in mir selbst liegende höchste Ziel (Vollendungspotenzial), unter extremem Überlebensdruck zwang, mein altes Beziehungsmuster anzunehmen und umzuwandeln. Der traumatische Prozess des „Sterbens“ der alten Person dauerte live vier Jahre (bis 1993) und die Erneuerung oder Heilung gestaltet sich in vielen alchemistischen Stufen – unter Einbeziehung von Yoga, Astroenergetik, Traumdeutung, Kunst und Schreiben – inzwischen seit 29 Jahren.   

Für die Umwandlung und Erneuerung braucht es großen Mut, einen starken Willen und ein bewusstes Einsetzen der schöpferischen Kräfte für die Transformation. Alchemistische Arbeit ist gefragt, die Umwandlung von negativen, schweren, herunterziehenden Gedanken und Bildern in positive, helle zukunftsweisende Bilder, die uns stärken und uns als den Menschen zeigen, der wir ursprünglich sind – lichtvoll, liebevoll, mitfühlend, ausgestattet mit göttlicher Schöpferkraft, der Kraft zur Selbstermächtigung, zur inneren Selbst-Herrschaft und inneren Autorität, einer inneren authentischen Macht bei Übernahme der vollen Verantwortung für unser Denken, Fühlen und Handeln.

In einem Geburtshoroskop kann das gesamte Aspektbild als ein Schaltplan des Bewusstseins angesehen werden. Es zeigt eine bestimmte planetarische Vernetzung oder ein kosmisches Muster an, das im Bewusstseinsraum eines Geborenen für einen bestimmten Zeitraum wirkt. Dieser Schaltplan findet sich auch in einem Ereignishoroskop wie dem Neumond. Wer das Muster dieses Neumondhoroskops lesen und deuten kann, kann die gegenwärtig wirkenden Kräfte (Planeten) und „Wege“ (Verbindungen, Aspekte) bewusst nutzen, um das Bestmögliche daraus zu machen.

Pluto in enger Verbindung mit dem Neumond zeigt ja die starke und äußerst gefährliche Transformationskraft, die, wenn sie nicht bewusst zur Umwandlung der alten Identifizierungen angewendet wird, große Zerstörung bewirken kann. Mit dem planetarischen Energiemuster der nächsten vier Wochen schenkt uns das Universum die Fähigkeit, trotz des immensen äußeren Drucks innerlich ruhig zu bleiben, die vielen „Schläge“ wegzustecken, zu absorbieren und schließlich in neue Kraft und Stärke umzuwandeln.

Unter Einbeziehung von Chiron, dem verwundeten Heiler in uns, der im WIDDER nach neuen Möglichkeiten sucht, mit der eigenen Aggression wie auch der Angriffslust anderer Menschen fertig zu werden, entsteht eine Viereckfigur aus zwei blauen Strichen (Harmoniestreben als Substanz), zwei innen liegenden roten Quadraten (innere Spannung, Energieerzeugung) und zwei seitlichen kleinen grünen Aspekten (kleine Denkschritte der einfühlsamen Aufmerksamkeit).

Ohne die grünen Linien (Halbsextile) erkennen wir in dem Aspektmuster eine blau-rote Strichfigur, die wie eine Pufferfeder als Energie- oder Schutzmechanismus wirkt. Dieses Bewusstsein beinhaltet eine ständige Federung zwischen Blau und Rot, Substanz und Energie, Stillstand und Antrieb. Das zeigt ein Bewusstsein, das wie ein perfekter Schutzmechanismus wirkt. Dabei wird mit Schlägen, Angriffen und Impulsen von außen gerechnet, man sucht quasi diese Schläge, um gleich darauf zu reagieren und zurückzuschlagen. Das ergibt ein polares Hin und Her, Auf und Ab, ein mehr oder weniger elastisches Reagieren auf sich ständig wechselnden Umstände des Umfelds. Offene Flanken (fehlende Halbsextile) sind extrem verletzliche Schwachstellen. Man ist zwar fähig, die erlittenen Schläge in Stärke umzuwandeln oder auch verbal zurückzugeben, doch man kann sich nicht auf Dauer schützen, da die Energien immer wieder durch die offenen Seiten verloren gehen.

Darin können wir sehr schön die Erfahrungen der letzten Tage wieder erkennen, die wir über die Medien mit verfolgen konnten. Ohne Reflektion, Empathie und mitfühlendes Denken (grüne Aspekte) werden die eigenen Erfahrungen für absolut gesetzt, es wird eine schöne Fassade aufgebaut, Konflikte werden verdrängt, der Horizont bleibt subjektiv und oberflächlich. Wenn das grüne Halbsextil nur an einer Seite vorhanden ist (siehe Neumond), ist die Funktion des Schutzschilds instabil und bekommt immer wieder Schlagseite. Das mindert die Abwehrkraft und wird als schmerzhaft empfunden. Die Umwelt bemerkt diese Schwäche sehr schnell und greift an dieser empfindlichen Stelle an. Hier muss man lernen, sich besser zu schützen.

Ein Schild fürs Immunsystem?

Ist das Viereck aufgrund der kleinen grünen Halbsextil stabil, kann es als Resilienzfigur oder „Schild“ gesehen werden. Der Schild wird als Abwehr verwendet, um sich vor Energieverlust oder Ansteckung durch „fremde“ Eindringliche ins „eigene“ System zu schützen. Man könnte auch von einer inneren Mauer der Abwehr sprechen, die aufgrund der starken inneren Spannungen (zwei gekreuzte rote Quadrate) aufgebaut wird. Die Abwehrhaltung (Mauer) dient dazu, äußere „Feinde“, wie ansteckende „Schläge“, Impulse, Nachrichten und Bilder aus dem näheren Umfeld (3. Haus) abzuwehren, hat aber gleichzeitig den Nachteil, dass auch aus dem eigenen Zentrum keine hilfreichen Informationen empfangen werden (mittlerer kleiner Kreis = innerer Wesenskern). Mit diesem Schild wird aber nicht gekämpft. Man hält ihn lediglich schützend oder drohend vor sich, verharrt dabei in einer starren Haltung oder entzieht sich durch Flucht hinter die Mauer.

Dank der blauen Aspekte (Sextil, Trigon) hat die Resilienzfigur eine große Absorptionskraft, kann viele harte Schläge einstecken und sie in Substanz umwandeln. Dieses „Wegstecken“ geht aber nicht sang- und klanglos vor sich. Die innere Spannung muss sich immer wieder entladen. Nach außen hin bemüht man sich um Anpassung, ist hart im Nehmen, aber innerlich kocht man unter dem zunehmenden Druck, muss dann wieder Dampf ablassen, bedient sich einer aggressiven Kommunikationspolitik, wirft sich gegenseitig die Schuld vor, will den anderen mit Drohgebärden einschüchtern oder vom Leib halten, versucht es mit Klagen und Anklagen.

Rückzug ins Innere Heiligtum

Was in den folgenden vier Wochen wirklich zur Regeneration und Heilung gebraucht wird, ist eine große Ruhe, die durch Rückzug von den Turbulenzen der Außenwelt gewährt wird. Das wird bestätigt von dem Sabischen Symbol des Neumond-Grads „Eine Frau tritt in ein Kloster ein.“ (siehe Blog-Eintrag vom 13.1.21). Die blauen Aspekte (Sextil, Trigon) zeugen von einer inneren Substanz, von innerer Kraft und großen Talenten. Sie können ihre Kraft nur in Ruhe entfalten, wenn wir ihnen auch den Raum dafür geben – am besten regelmäßig und täglich. Die grünen Aspekte zeugen von einer großen Empathie und seelischen Reizempfänglichkeit, für die wir in jedem Moment offen sind – wenn wir nicht auf der starren Abwehrhaltung (Mauer) beharren wollen, die den Trennungsgedanken nur verstärkt.

Trotz der mitfühlenden Empfänglichkeit auf der Herzensebene ist Offenheit gegenüber den Menschen und dem Leben in allen seinen Aspekten die gesunde Version. Was wir alle in dieser Zeit zu lernen und zu üben haben, ist, die eigene Abwehrhaltung gegenüber scheinbaren Angriffen von außen durch Umwandlung zu transformieren – weder durch ständiges Entladen unserer innern Spannung, wie Schuldzuweisungen, mentale Ausbrüche, Schimpfen, Klagen und Drohgebärden, noch durch scheinbares Wegstecken, das auf Dauer auch nicht funktioniert und zu heftigen körperlichen Reaktionen führt.   

Liegender Buddha (Öl)

Aspektfiguren im unteren Raum

Wie schon gesagt, bezieht sich die voll besetzte Nachthälfte unterhalb des Horizonts auf unsere Triebe und Instinkte und die daran gebundenen Verhaltens- und Schutzmechanismen. Die wichtigste Aspektfigur ist das große rote Leistungsdreieck oder T-Quadrat, das durch die Wesensmitte geht. Die zweite dreifarbige Aspektfigur ist ein Viereck mit einem starken Impuls nach Sicherheit und Harmonie, das im Außenbereich angesiedelt ist mit einem Brennpunkt im 3. Haus (exakt auf 6° Fische).

  1. Das große Leistungsdreieck oder T-Quadrat: Neptun in den Fischen befindet sich im Quadrat zu den beiden Mondknoten. Der Mensch am Scheideweg, vor dem nächsten evolutionären Schritt in ein höheres weiteres Bewusstsein, hat etwas zu lernen: allumfassende Liebe, Mitgefühl für alle leidenden Wesen… Die Opposition geht mitten durch die Wesensmitte. Hier soll das Anliegen der SEELE durchgesetzt werden. Es geht nur weiter mit der Entwicklung des Menschen, wenn er sich den Schicksalskräften demütig beugt, innerlich daran reift und in Bezug auf seine leidenden Mitmenschen Mitgefühl und Liebe walten lässt. Der scheinbare Widerspruch zwischen Zwillinge und Schütze soll aufgehoben und zur Ganzheit vereint werden.. Südknoten und Nordknoten, Herkunft/Vergangenheit und Ziel/Zukunft sind im JETZT vereint. YIN und YANG vereint im TAO.

Die Opposition ist keine Trennungslinie, sondern ein Weg des Erkennens, ein Pfad der Integration, ein Lichtstrahl, der von einer Lichtquelle, von einem einmütigen Bewusstsein ausgeht. DAS BIST DU. Du stehst in der Mitte. Du bist die Mitte Du bist strahlendes Bewusstsein. Jetzt.

Ajna (Aquarell)

Neptun-Erfahrung: Jonah und der Fisch

Der Spitzenplanet NEPTUN ist bereit, für dieses Erfahrungsziel, dass die Menschheit auf diesem Planeten eine untrennbare Ganzheit ist, eine Leistung für die Seele der Menschheit zu erbringen und als Erfolg in die Wirklichkeit des Lebens zu tragen. Das heißt: Opfer bringen, bedingungslose Liebe zum Ausdruck bringen… Erkennen, dass Ich der Andere bin. Der oder das Andere ist meine Projektion, die sich in Liebe wieder bei mir inkarnieren darf. Ich integriere das Andere, das Fremde und Abgespaltene, lade es ein zu mir. Mein Wesen ist weit und groß wie der universelle Raum. Und letztendlich diene ich mir selbst, indem ich mich um der Liebe willen immer wieder spalte und vereine… und mich an diesem Spiel erfreue.

Im Außen herrschen allgemeine Verunsicherung und Angst – wegen der unsichtbaren Ansteckungsgefahr, die überall lauert… Angst… die noch geschürt wird durch die vielen widersprüchlichen Nachrichten und Informationen aus den Medien und aus Regierungskreisen. Dazu kommt bei vielen ein Aufbegehren gegen die vom Staat verhängten Lockdowns, die Reise- und Kontakteinschränkungen, die Suche nach Schuldigen und Verantwortlichen für die Einschränkungen.

Das ist jedoch eine sehr kleinliche und beschränkte Sicht auf die gegenwärtige Situation, während Neptun, der Gott der Meere und Gewässer doch dabei ist, die Menschheit durch den großen Fluss der Reinigung zu einem neuen Ufer des Bewusstseins zu geleiten. Er hilft uns, aus unseren Anpassungszwängen herauszukommen und wird immer dann aktiviert, wenn die Anpassungszwänge schuldig machen, die innere Situation mit der äußeren Lebensform nicht mehr übereinstimmt und die seelische Bedrängnis übermächtig wird. Er löst uns aus Dualität und Schuld, führt uns durchs Wasser, taucht mit uns ein in das Meer des Unbewussten, lässt uns die Erfahrung des Wirklichen und Fließenden machen. Er hilft beim Auflösen aller falschen Identifikationen.

Jonas ist vom Fisch verschlungen worden – das heißt: das bewusste Ich, das sich mit einem bestimmten Leben und einer bestimmten Lebensform (Körper) identifiziert, wird von der Wirklichkeit Neptuns verschluckt. Unbewusstes, Verdrängtes, Nichtgelebtes taucht auf, bewegt, ängstigt, verwirrt und irritiert… die bewusste Steuerung des Lebens versagt – die Kontrolle über inneres und äußeres Geschehen entgleitet uns. Die Nacht des Unbewussten umgibt uns.

Nach dem Prozess der Ablösung von den bisherigen  Maßstäben des Lebens und unserer Identifizierung damit, nach dem Herausheben aus der seelischen Bedrängnis, wird JONAS, das bewusste Ich, vom Unbewussten wieder ausgespien, an das Land des Bewusstseins zurückgeworfen.

Zu dem schöpferischen Potenzial der Quintile im Neumond-Horoskop (gelb eingezeichnet) gibt es demnächst einen separaten Blog-Eintrag über den Menschen als Mit-Schöpfer .

Quellen:

Zur Aspektbild-Astrologie

siehe Bruno & Louise Huber, API-Verlag, Adliswil/Zürich, 1999 und

Spirituelle Astrologie, Hans Joachim Badzong Herzlichen Dank!

Sternengrüße

eure Sundra