Der Feuerarchetyp

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Die Rote Wand

Der Feuerarchetyp im Traum

Im Horoskop weist der Feuerarchetyp eine starke Betonung der Feuerzeichen (Widder, Löwe, Schütze) und der Feuerhäuser (erstes, fünftes, neuntes Haus) auf. Oder die Feuerplaneten Sonne, Mars und Jupiter stehen an exponierter Stelle am Fadenkreuz der Hauptachsen. Feuer ist ein Symbol für Licht, Leben und Bewusstheit. Alle Feuerarchetypen strahlen Energie und Wärme aus, sind dynamisch, optimistisch, willens- und ausdrucksstark. Sie sind der Inbegriff von Herzlichkeit und Lebendigkeit, voller Bewegungs- und Tatendrang, können sich selbst und andere immer wieder neu begeistern und motivieren. Feuer ist individualisierend und ichzentriert, steht wie selbstverständlich überall im Zentrum, wird gesehen, gehört und wahrgenommen. Wo Feuer ist, ist Aktion.

 

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Feuer

Im I Ging wird das Feuer (Hexagramm 30) auch das Haftende genannt, denn es »haftet an den brennbaren Dingen und ist dadurch hell«. Beim Lesen des Textes wird schnell klar, dass es keine totale Unabhängigkeit und Freiheit gibt, »denn alles Leuchtende in der Welt ist abhängig von etwas, an dem es haftet, damit es dauernd leuchten kann«. Selbst die Sonne, der Mond und die Sterne haften am Himmel. So steht auch der Mensch in dieser Welt nur bedingt da. Wenn er seine Abhängigkeit von den harmonischen Kräften des Weltalls anerkennt, sich freiwillig in den Weltzusammenhang einfügt und das Feuer pflegt, hat er »Gelingen«. Dann ist er wahrlich ein »großer Mann«, der mit seiner eigenen Klarheit dafür sorgt, dass sich das Licht in der Welt weiter verbreitet.

Der Feuertyp in unseren Träumen ist ein heißer, schneller Typ mit Mut zum Risiko. Gerne fährt er rote, schnelle Autos, bleibt konstant auf der Überholspur oder treibt uns an. Als »Teufelskerl« hat er vorwiegend rote Haare. Er gibt gerne an – ist tonangebend aufgrund seiner natürlichen Führungsqualitäten, gibt den ersten, zündenden Impuls, sammelt Menschen um sich, ist Vorreiter und Vorkämpfer für das Neue und tut alles in seiner Macht stehende für die Erreichung seiner Ziele. Natürlich ist er schnell entflammt, ein leidenschaftlicher Liebhaber, Rennfahrer, Dramatiker, Unternehmer, Jäger und Spieler, ein Bündel voller kreativer Ideen, Anregungen und Innovationen. Doch damit das Feuer nicht schon am nächsten Tag erloschen ist (Strohfeuer), bedarf es der dauerhaften Pflege und Kontrolle.

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Vulkan (Aquarell)

Zu viel  Feuer kann gefährlich sein. Es zeigt sich in Aktionsdrang, Stress und Ungeduld, in wilder Tollkühnheit und Getriebenheit, als Hybris, Egoismus, Selbstherrlichkeit und Machtgier. Der cholerische Typ ist besonders gefährdet, er kann sich selbst verzehren, bis zum Schlaganfall und Herzinfarkt verausgaben und auch andere in seinem Vorwärtspreschen überwältigen oder verletzen. Ohne Disziplin und Kontrolle kann das Feuer verheerenden Schaden bei uns selbst und anderen anrichten. Und ohne die oben erwähnte Pflege wird es erlöschen. Ist das Feuer aus, herrscht tote Hose in der Hose. Kein Sex, keine Lust, keine Liebe. Willenloses, bewusstloses Treiben. Ohne den zündenden Funken der geistigen Ebene (Elektrizität, Widder) erlöscht auch das ichbewusste Seelenlicht (Sonnenfeuer, Löwe) und das Zeugungsfeuer auf der körperlichen Ebene (Reibungsfeuer, Schütze).

 

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Chicchan (Mayaglyphe)

Das Übermaß an Feuer zeigt sich in unseren Träumen im Bild von Trockenheit und Hitze. Die Erde ist hart und verbrannt, Flussbette sind ausgetrocknet, Pflanzen verkümmert. Weiterhin gibt es viel Bewegung, es geht es um Wettbewerbs- und Kampfsituationen, das Ringen um den ersten Platz, rasante und riskante Autofahrten. Schüsse können losgehen, Blitze einschlagen und der Donner erschrecken. Wir erleben rücksichtslose Draufgänger und Schläger, Hitzköpfe, Hochstapler und Getriebene, Einbrecher, Gewalt- und Triebtäter, rote Triebwagen und Stoppzeichen, explodierende heiße Glasplatten, spuckende Vulkane, abenteuerliche Fahrten, hoch oder tief schießende Raketen und Stromschläge.

 

Ist das Feuerprinzip durch einen Kontakt mit Saturn oder Neptun geschwächt oder fallen die Feuerzeichen ins Wasser (4., 6. und 12. Haus), fehlt es uns an natürlicher Lebenskraft, an Selbstvertrauen und Optimismus. Dann wird auf Deubel komm raus kompensiert und im Außen gesucht – nach einem Sinn, einer Identität, einem Glauben oder einem Partner mit den entsprechenden Feuerqualitäten. Wir strengen uns dermaßen an, etwas zu erreichen, Leistung zu erbringen und jemand zu sein, dass der übermäßige, künstliche Antrieb uns völlig erschöpfen kann. Viele Menschen mit einem Feuermangel im Horoskop haben mit dieser Überanstrengung Erfolg, doch meist um den Preis ihrer Gesundheit. Ähnliches geschieht beim Burn-out-Syndrom, dem Zustand emotionalen Ausgebranntseins.

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Sonnenaufgang (Mandala)

 

Mangelnde Liebe und Beachtung in der Kindheit oder ein ständig beschnittener und untersagter Selbstausdruck lassen uns ein Leben lang um Anerkennung, Erfolg und Macht kämpfen. Für ein gesundes Selbstvertrauen braucht jeder Mensch in der Kindheit die Grunderfahrung von Liebe. Dazu gehört die Erfahrung, vom anderen als eigenständiges Wesen mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen zu werden. Dazu gehört auch das Recht auf Lebensäußerung durch Schreien, Sprechen, Spielen und Bewegen. Menschen mit einem  geschwächten Feuerprinzip – beispielsweise mit einer Sonne-Saturn-Verbindung, einem Löwe-Mond im 12. Haus oder einem Mars-Neptun – wünschen sich nichts sehnlicher, als vom anderen gesehen und geliebt zu werden. Doch ist dieses Urbedürfnis überlagert von Ängsten, zwanghaften Handlungen und Ersatzbedürfnissen. Erwachsen werden heißt, sich des Mangels und der Kompensationen bewusst zu werden. Wir nehmen die eigenen Bedürfnisse wahr, schaffen uns den Freiraum, sie auch auszudrücken und entdecken dabei die Liebe zum Leben und zu uns selbst. Ich weiß, es ist leicht geschrieben und gesagt; manchmal brauchen wir ein ganzes Leben und noch mehr für diesen Entwicklungsschritt.

Fehlt es an der Eigenliebe, Selbstvertrauen, Durchsetzungskraft und einem nötigen Freiraum für die Entwicklung, träumen wir von stark beschnittenen Bäumen, die nicht so wachsen dürfen, wie sie wollen, die ihre Ichkräfte nicht entfalten können … von kleinen Pflanzen, die im Schatten von großen stehen, kein Licht bekommen, sich nicht ausbreiten können … von Kindern, die nicht spielen dürfen, weil »von oben« der Befehl kommt, im Haushalt zu helfen … von Räubern und Einbrechern, die uns Energie rauben … von gebundenen Händen, gefesselten Krokodilen, verletzten oder eingesperrten Tieren.

 

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Ankh Ewiges Leben

In den Feuerhäusern (1., 5. und 9. Haus) und auch in den Häusern, in denen die Planeten Sonne, Mars und Jupiter stehen, wollen wir uns selbst erleben und durchsetzen, in der Welt ausbreiten und verwirklichen. Wir streben nach Ich-Entfaltung, Bewusstsein und Selbstwerdung. Es geht um die Entwicklung der Yang-Kräfte: Identität, Willenskraft, Mut und Initiative. Das stärkste Zugpferd ist die Lebensfreude. Mit ihr gelingen uns die schwierigsten Aufgaben, und das Leben erscheint als Spiel. Der Drang nach Liebe und Macht kann unser Leben beherrschen. Wofür entscheiden wir uns, um die Macht der Liebe oder die Liebe zur Macht?

Auch wenn wir gar keine Planeten in Feuerzeichen haben, können die Feuerhäuser (1, 5, 9) von Planeten oder den Mondknoten besetzt sein. Hier nehmen wir Risiken auf uns, stürzen uns ins Leben, bringen uns intuitiv und spontan ein. Wir haben ein großes Bedürfnis nach Expansion, Freiheit und Unabhängigkeit. Bleiben auch die Feuerhäuser unbesetzt, ist es unser Job, mit Hilfe der Feuerplaneten Mars, Sonne und Jupiter das Licht anzumachen, für Bewusstheit,  Klarheit und Fortschritt zu sorgen. Wir sagen Ja zu unserem Leben und Schicksal, wir lieben das, was ist, und begeistern mit unserer Lebensfreude auch andere Menschen.

 

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Sonnenträger (Gouache)

 

Hier eine Auswahl von Redewendungen für die drei Feuerzeichen,  die sich als verschlüsselte Botschaften in Träumen verbergen können:

Widder: »Feuer fangen«, »Rot sehen«, »Auferstanden aus Ruinen«, »Phönix aus der Asche«, »Mit dem Kopf durch die Wand«, »Wer wagt, gewinnt«, »Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg«, »Augen zu und durch!«, »Den Stein ins Rollen bringen«, »Das Ruder in die Hand nehmen«, »Den Kopf verlieren« und »Die Zähne zusammenbeißen«.

Löwe: »Leben wie Gott in Frankreich«, »Sich im eigenen Glanz sonnen«, »Ich bin der Größte«,  »Wer angibt, hat mehr vom Leben«, »Mehr Schein als Sein«, »Eine Show abziehen«, »Es ist nicht alles Gold, was glänzt« und »Liebe, und tu was du willst«.

Schütze: »Für etwas oder jemanden Feuer und Flamme sein«, »Der Weg ist das Ziel«, »Den Bogen überspannen«, »Über das Ziel hinaus schießen«, »Der Duft der großen weiten Welt«, »Wie die Made im Speck leben«, »Den Mund zu voll nehmen« und »Angeben wie tausend nackte Wilde«.

 

 

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Archetypische Träume

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Leviathan

Archetypische Träume

Eines Tages ist die Zeit reif für die Erfahrung mit der transformierenden Kraft der Urbilder. Wir haben uns durch die persönlichen Schichten des Unbewussten hindurch gegraben, sie ans Licht geholt und bewusst integriert. Nun sind wir an einem Punkt, an dem unsere persönlichen Erfahrungen zur Bewältigung der aktuellen Lebenssituation nicht mehr ausreichen. Wir erinnern uns an das psychische Geschenkpaket, das wir bei unserer Geburt mitbekommen haben. Dies geschieht ganz natürlich, wenn wir uns auf dem Weg der Individuation, auf dem Yogaweg oder einem anderen Weg der Ganzwerdung befinden. Oft findet der Mensch mit 29 oder 30 Jahren zu seinem eigenen Weg und handelt in eigener Verantwortung. In dieser Zeit hat der Planet Saturn – ein Schwellensymbol und Archetyp der Zeit – seine Runde durch den Tierkreis beendet, die Qualitäten aller anderen planetarischen Kraftfelder geprüft und alle Lebensbereiche (die zwölf Häuser im Horoskop) mit seinem Gütesiegel imprägniert. Er befindet sich mit etwa 29 Jahren wieder auf seinem Platz im Geburtshoroskop – diesmal jedoch mit veränderten Beziehungsstrukturen.

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Anubis

Plötzlich erscheinen die energiegeladenen Symbole in unseren Nachtträumen, in der Meditation und dem gelenkten Tagtraum. Sie sind lebendig, farbig, von großer Wucht, Dynamik und emotionaler Intensität. Und sie begegnen uns auch leibhaftig und konkret in unserem Alltagsleben, in der modernen Literatur, in der Musikszene, in der Mode, in Filmen und Computerspielen. Wir können unsere Sinne für ihre Wahrnehmung schulen und durch sie zu einem erweiterten Verständnis von uns selbst kommen.

Die archaischen und oft widersprüchlichen Kräfte von Licht und Finsternis steigen gemeinsam mit mythologischen Urthemen (Lebensmotiven) aus dem Tiefenbewusstsein auf, fechten ihren alten Kampf aus, rufen Protagonisten und Antagonisten auf den Plan. Wir lernen die Bewohner der Unterwelt und die Helden der Nachtmeerfahrt kennen: Odysseus, Dionysos und Pan, Danae und Ischtar-Isis-Maria, Osiris, Parzival und Anubis, Hermes Trismegistos, Moses, Shiva und Kali. Die mythologischen Gestalten werden selten leibhaftig erscheinen, doch wir können sie an ihren Attributen und ihrem Wirken erkennen, wenn uns die Bedeutung ihrer typischen Muster bekannt ist. Wir können den Naturgott Pan an seiner Fellkleidung oder an den Bocksfüßen erkennen, Merkur an den geflügelten Schuhen und seinem Stab, Isis-Maria an ihrem blauen Sternenmantel, Shiva und Kali an der Schädelkette und Opferschale. Ihre Urthemen spiegeln sich außerdem in den archetypischen Strukturen des Tierkreises und der Wirkungsweise der Planetengötter.

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Merkurstab

Symbole und Traumereignisse mit mythologischem Hintergrund zeugen von anstehenden Wandlungen und Initiationen. Sie leiten den für uns notwendigen Schritt für die nächste Bewusstseinsstufe ein. Als Held und Heldin müssen wir Gefahren und Bewährungsproben durchleben, bezwingen Ungeheuer, Drachen und Schlangen, bergen Schätze aus Höhlen, Brunnen und gefährlichen Abgründen. Es stehen Kämpfe mit mythischen Urwesen und Tieren an, wir nehmen teil an rituellen Zeremonien, Opfern und Einweihungen, gehen durch Zerstückelung, Tod und Wiedergeburt, erhalten Hilfe durch weise Führer, Stimmen oder magische Kräfte.

Plötzliche Hilfe oder neue Kräfte kommen oft durch Zeichen und Symbole, die wir im Traum zu handhaben lernen. Es sind gewaltige, übermenschliche und magische Energien, die uns für die Wandlung, Neugeburt und Heilung zur Verfügung stehen, vor allem die elementaren Naturkräfte von Feuer und Wasser, Blitz und Donner, Wind und Erde.

Als im Traum einmal eine große Tsunamiwelle von links auf mich zurollt, ist mir im Traum bewusst, dass es für meine Tochter und mich den Tod bedeutet. Während ich die Tochter noch tröste und sie über die Tatsache von Tod und Wiedergeburt, Kommen und Gehen aufkläre, mache ich mit der linken Hand eine beschwörende Geste (Mudra) in Richtung Wasser und anschließend mit zwei Fingern das V-Zeichen mit der Öffnung nach unten. Sofort beruhigt sich das Wasser, bleibt still und friedlich. Es erreicht nicht die Mitte, in der ich mit meinem Kind stehe. Da bin ich sehr erstaunt über die Macht und Kraft der Zeichen. Das heißt, ich erfasse im Traum die auf mich zurollende Gefühlswelle intuitiv, sehe ihr gefasst ins Auge und handle spontan, intuitiv und absichtslos – mit links (Traum »Hochwasser« 1.3.2002). Der Traum spricht ein schmerzhaftes Loslassthema in der Mutter-Tochter-Beziehung an.

Porträt Mann und Frau, Bleistift
Anima, Animus

Die bekanntesten Archetypen sind Anima und Animus für die Yinkraft und die Yangkraft der Seele, die sich in unseren Träumen in der Form von weiblichen und männlichen Personen beziehungsweise Energien und Bewegungsrichtungen offenbart. Sie erscheinen, wenn es um die Integration der gegengeschlechtlichen Energien geht. Hinter ihnen steht die Prägung durch das Ur-Mütterliche und Ur-Väterliche in uns. Das Urbild des Schattens taucht auf als Feind, Widersacher, Rivale und Rivalin und bedient sich dabei fremder und vertrauter Gestalten. Er kann das verdrängte Schattenthema einer ganzen Generation, einer kulturellen und religiösen Gemeinschaft oder Nation repräsentieren. Die Erfahrungen mit den Nationalsozialisten, mit den Verfehlungen der christlichen Kirche und anderen religiösen Organisationen sind prägender Natur und sitzen allen Menschen tief in den Knochen. In der Begegnung mit dem Schatten haben wir uns mit dem Thema »gut« und »böse« auseinanderzusetzen, werden mit unseren verdrängten, auf andere übertragenen, dunklen Seiten konfrontiert.

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Sternenkind

Andere Urbilder sind das göttliche Kind als Erlöser und Retter, der alte Weise und die weise Alte, der Liebhaber und die Geliebte, König und Königin, helfende Tiere, Naturwesen und Zauberer. In den 22 Großen Arkana des Tarot, analog dazu in den 22 hebräischen Buchstaben, den 12 Zeichen des Tierkreises und 10 Planetensymbolen sind die wichtigsten Archetypen überliefert und können zur Deutung auf dem Weg zum Selbst herangezogen werden. Auch Stimmen, Töne, Lichter und Wesen, die wie von außerhalb des Traums zu uns zu kommen scheinen, gehören zu den prägenden Mustern, ebenso Rituale, Opferungen und Naturgewalten. Je elementarer, abstrakter und urtümlicher das Symbol oder symbolische Geschehen ist, desto tiefgreifender und umfassender wirkt es in unserem Leben und Bewusstsein bis in den weiteren Umkreis hinein.

 

Archetypische Energiemuster

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Kali (Mandala)

Bei den Urbildern handelt es sich um erlebbare Energiemuster und Grundkonstellationen, die aus dem großen Informationsspeicher des kollektiven Unbewussten wirken. Dieser Pool von Schöpfungsenergie, aus dem wir alle stammen und unsere Lebensenergie schöpfen, wird in der Astrologie als Tierkreis bildlich dargestellt. In seinem ganzheitlichen System sind die kollektiven Erfahrungswerte in Form von spezifischen Erscheinungsformen und Seinsqualitäten abgespeichert, ebenso ihre Konflikte mit den verschiedenen Lösungswegen.

Aus diesem kollektiven Erfahrungsschatz, der auch als Gedächtnis der Ahnen und der ganzen Menschheit bezeichnet werden kann, wird jedem Menschen bei der Geburt sein individuelles Anlagepaket in die Wiege gelegt. Aus ihm schöpfen wir nicht nur die Art unseres Erlebens, wir extrahieren auch den Sinn unserer Erfahrungen.

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Tierkreis mit Ankh

In den Märchen »Die zwölf Brüder« und »Dornröschen« erscheint die Zahl Zwölf als ein Abbild des Tierkreises mit seinen zwölf archetypischen Anlagen. Die Geschenke der zwölf eingeladenen Feen sowie die zwölf goldenen Teller sind Urbilder, die sich auf die Ganzheit des Tierkreises beziehen. Die zwölf erlebbaren Grundmuster beschenken Dornröschen, die Seele des Menschen, mit kosmischen Kräften. Das Dreizehnte wiederum ist als neue Eins ein Symbol der schöpferischen Mitte und einenden Liebe. Wo das Dreizehnte ausgeschlossen oder verdrängt wird, muss der Mensch durch die Erfahrung des Sterbens und der Neuwerdung gehen (Tod und Wiedergeburt).

Es heißt, im Traum und im pränatalen, vorbewussten Zustand als Fötus geht der Mensch durch alle Stadien der evolutionären Entwicklung. Wir sind Stein und Pflanze, Tier und Mensch, Planet und Engelwesen. wir kennen den Seinszustand der Raupe wie den des Schmetterlings. Wir erleben das Mineralische, Vegetative und Tierhafte in uns, das Planetarische in der Form des Runden, Sphärischen und das Engelhafte reiner Lichtgestalt.

 

(Auszug aus meinem unveröffentlichten Manuskript „Symbolarbeit als kreative Selbstverwirklichung“, Band 1 Traumdeutung und Horoskopdeutung)

 

 

 

Der Einbrechertraum im Licht des Horoskops

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„Der Neue Planet“ (Aquarellstudie nach einem Gemälde von Konstantin Juon, 1921)
Teil 1 (Buchauszug)

Nehmen wir als Beispiel einen Traum vom Einbrecher, der uns sehr beunruhigt. Jemand oder etwas dringt wiederholt in unser Haus oder Leben ein und wir fürchten uns. Wir fürchten uns vor dem Unbekannten oder vor dem Bekannten, das wir verabscheuen, vor Neuem, vor Nähe und vor Verlust. Der Einbrecher steht symbolisch für einen Aspekt unserer Persönlichkeit, den wir bewusst noch nicht angenommen haben. Diese archetypische Kraft steht jedoch bereits an der Schwelle vom Unbewussten zum Bewussten und macht auf sich aufmerksam. Beim Urthema Gewalt und Aufbruch geht es um die astrologische Signatur von Widder, Mars und dem 1. Haus: sich durchsetzen, die Initiative ergreifen, den Anstoß geben, ein Hindernis durchbrechen und etwas Neues anfangen. Auch das Urthema Geburt entspricht einer Ich-Durchsetzung im Sinne der Trennung  des Neugeborenen vom Mutterarchetyp. Das entspricht auch der Konstellation Mond/Mars: Ein seelischer Inhalt (Mond) wird aus dem Unbewussten heraus getrieben (Mars), wenn die Zeit dafür reif ist. Einbruch und Ausbruch sind Entsprechungen des ersten Zeichens – auch der Willens- und Vertrauensbruch.

Kennen wir unsere persönliche Marsenergie im Horoskop, seine Stellung in einem

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Johfra: Widder

bestimmten Element und Haus sowie seine Aspekte, können wir gleich schauen, welche zeitlichen Impulse  und Auslöser (z.B. Transite zum Mars) er erhält und über welchen Zeitraum sich diese erstrecken. Das Feuerzeichen Widder (Häuserspitze) verrät uns auch gleich, woher die handlungsbereite, auf- und einbrechende Marsenergie kommt – von innen oder außen, aus dem Ich- oder Du-Bereich, der privaten, familiären Sphäre oder der Öffentlichkeit. Die Hausstellung des Mars offenbart, in welchem Bereich wir jetzt aktiv werden sollten oder selbst aufgebrochen werden, welchen Durchbruch wir brauchen, welchen Aufbruch wir wagen und wofür wir Energie aufbringen können. Wenn wir nach dem aktuellen Stand des laufenden Mars (Marstransit) schauen, erkennen wir den Lebensbereich und eventuell auch noch andere Planetenenergien, die gleichzeitig mit aktiviert werden.

Oder es geht beim Einbrechertraum um mangelnde Abgrenzung und Absicherung, ein Thema des 2. Hauses bzw. die astrologische Signatur von Stier, Venus und 2. Haus. Wir können anhand der Aspekte zu unseren persönlichen Planeten überprüfen, wie es um unsere Abgrenzungsfähigkeit bestellt ist. Können wir uns aus verschiedenen Gründen nicht von anderen Menschen abgrenzen, muss uns jede Art von Beziehung (Thema des gegenüberliegenden 8. Hauses) erschrecken oder als Bedrohung erscheinen. Wir fürchten dann, vom Anderen vereinnahmt, erdrückt oder gar verschlungen zu werden. Diese Furcht kann sich auch in Spinnen-, Schlangen- und Insektenträumen zeigen.

Inhaltliche Aussagen zu unseren Gefühlen, Ängsten, frühkindlichen Prägungen und Konditionierungen finden wir in der astrologischen Signatur von Krebs, Mond und 4. Haus. Haben wir ein Mars/Mond-Thema, einen Widder-Mond, einen Mond im 1. Haus, einen Mars im Krebs oder im 4. Haus, ist die Angst vor Verletzung, Bedrohung oder Abweisung (Mond) an unseren Überlebens- und Durchsetzungstrieb (Mars) gekoppelt. Und dies aufgrund früherer Erfahrung und Prägung. Im aktivierten Mars, seiner Stellung im Ganzen und seiner Aspekte zu anderen Planten können sich unterdrückte Wut, Aggression und Gewalt als plötzlicher Einbruch oder Angriff, ebenso als Unfall oder Operation im Traum zeigen. Träume von Kopfschüssen und Messerstechereien, von beißenden und stechenden Insekten oder von Zähnen haben alle eine Entsprechung zum astrologischen Marsthema und zum Widder-Archetyp.

“MAHAKALA”

In den Träumen erleben wir die im Horoskop angezeigten Archetypen als innere Wirklichkeit. Wir erleben, in welchen Verkleidungen und welchen Lebensthemen sie uns begegnen, und wie wir darauf reagieren. Andererseits kann das Wissen um eine astrologische Konstellation, ihre zeitliche Aktualität und den thematisch eingekreisten Wirkungsbereich (betroffene Häuser) dabei helfen, die Ursache möglicher psychischer Komplexe und Hemmungen näher zu bestimmen. Alle psychischen Inhalte, die noch wie ein ungeborenes Kind im Dunkeln liegen, können mithilfe der Astrologie erkannt, erhellt und erlöst werden.

 

Catch your dreams

                                bevor they slip away…    

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Astrologie und Traumdeutung

Anden_ArchetypischAuszug aus meinem Buch (noch unveröffentlicht):

Das Geburtshoroskop zeigt den Moment und Ort der Geburt in der symbolischen Form des Tierkreises mit den zwölf archetypischen Kraftfeldern, den zehn Planetenarchetypen und ihrer symbolischen Beziehungsstruktur. Da sich die Gesamtkonstellation aufgrund der Bewegung der Planeten ständig ändert, ist jeder Geburtsmoment einzigartig. Die zu ihm gehörige himmlische Struktur wird sich niemals wiederholen. Unter dem Blickwinkel von Reinkarnation und Wiedergeburt erfolgt die Inkarnation auf der Erde genau in dem Moment, wo die kosmische Konstellation das Wesen des sich inkarnierenden Menschen am reinsten zum Ausdruck bringt. Die Gestirnskonstellation ist also nichts Fremdes, sondern ein Ausdruck unseres ureigensten Wesens. Bereits vor der Geburt suchen wir uns unser Schicksal aufgrund der kosmischen Entsprechung selbst aus.

astroteppich01 Die Daseins- und Lebensbereiche, in denen die unbewussten, archetypischen Brennpunkte ihre Wirkung entfalten, werden durch das System der zwölf Häuser und die vier Quadranten angezeigt. Damit wird das Horoskop – neben der Traumdeutung – zu einem wichtigen Instrument der Diagnose, der Selbsterkenntnis und der Sinnfindung.

Das Horoskop enthält die gesamte Seinsqualität eines Menschen einschließlich des Werdepotenzials in symbolischer Form. Wir finden darin die symbolischen Schlüssel zu unserem Verhalten, unserer Herkunft, der Einstellung zu uns selbst und anderen. Tatsache ist auch, dass wir im Horoskop das Potenzial finden, mit denen wir unser Schicksal schaffen (siehe Kapitel 1 »Schicksal und Seele«). Um das Horoskop eines anderen Menschen richtig deuten zu können, müssen dem Astrologen allerdings weitere Faktoren bekannt sein: die Rasse, das Geschlecht, das soziale und kulturelle Milieu und die Entwicklungsstufe, denn diese Informationen sind aus dem Horoskop nicht ersichtlich.

1.Traum_ImBerg_11.9.07Die Astrologie hat den Vorteil, dass sich im Horoskop eines Menschen alle Arten von Unausgewogenheiten, Energielücken und Krisenherde sowie Schwächen und Stärken rasch erkennen lassen. Mit keinem anderen System lassen sich die möglichen Spannungen zwischen den Daseins- und Lebensbereichen oder auch psychische Komplexe so leicht einkreisen wie mit Hilfe der Astrologie. Bei sorgfältigem Studium der großen und kleinen Zeitzyklen – der Planetenzyklen, Transite und Auslösungen – können Entwicklungsanstöße, ihre Höhepunkte und ihre Dauer sogar zeitlich genau bestimmt werden. Ich habe oft erlebt, dass Menschen von Fahrplänen, Abfahrtszeiten und Zugstationen träumen, die sich auf aktuelle Planetentransite von Saturn oder Uranus über sensible Punkte oder persönliche Planeten in ihrem Horoskop beziehen.

 Traumdeutung und Horoskopdeutung unterliegen ähnlichen Voraussetzungen. Träume und Horoskope befassen sich mit symbolischen Beziehungen und deren Entsprechungen für unser Leben. Um die Symbole lesen, verstehen und auslegen zu können, müssen wir die Symbolsprache lernen. Lernen ist jedoch nicht nur eine theoretische Schulung, sondern auch eine praktische Erfahrungssache. Erst wenn wir uns das Wissen um die Entsprechungen angeeignet haben und die Wirkungs- und Erscheinungsweise jedes Symbols kennen, können wir die einzelnen Symbole in Beziehung zueinander und auch in Beziehung zu uns setzen. Das durch Analyse gewonnene Wissen muss zusammen mit den eigenen Erfahrungen und dem intuitiven Bauchgefühl zu einer sinnvollen Einheit zusammengefügt werden – der Horoskopsynthese oder der Traumsynthese.

 

Das Horoskop – ein Archetyp des Selbst

astcardSo wie das Horoskop mit seiner symbolischen Beziehungs- und Ordnungsstruktur bei der Traumdeutung hilft, spiegeln auch Träume die Beziehungsstrukturen des Horoskops wider. Daher sind astrologische Kenntnisse und Erfahrungen bei der Traumdeutung von großem Nutzen und können die Traumanalyse um einige Dimensionen bereichern. Ferner ergänzen lebendig erlebte Träume die theoretischen Informationen aus dem Studium des Horoskops, geben dem einzelnen Traum seinen Platz im Ordnungsgefüge des Ganzen und damit auch einen Sinn. In der gemeinsamen Praxis von Horoskop- und Traumdeutung gehen Wissen und Erfahrung Hand in Hand.

Fürs Kosmische aufgeschlossene Psychologen und psychologisch arbeitende Astrologen sind sich heute einig, dass  das Horoskop mit seiner planetarischen Struktur und Zeitsymbolik als lebendiges, dynamisches Kraftfeld im Unbewussten wirkt und damit – ebenso wie der Tierkreis – ein Archetyp des Selbst ist. Wie in einem Mandala sind alle Teile, Elemente und Aspekte zu einem einheitlichen Gebilde verwoben. Durch die Beschäftigung mit dem Horoskop, das Betrachten des Tierkreisbilds »von oben«, das Reflektieren und Träumen geschieht etwas mit uns. Bewegungsdrang und Wandlungstendenzen ergreifen die Psyche, wenn auch erst sehr subtil. Wir können erfahren, wie sich unsere innere Einstellung, die Sichtweise und vor allem auch die Ausrichtung auf das Unbewusste verändern. Dies alles spiegelt sich auch in unseren Träumen wider.

Die Betrachtung des Horoskops schult den Blick und erweitert das Bewusstsein. Es ist der Archetyp des Selbst, der uns erfasst und nicht eher loslässt, bis wir alle unbewussten Prägungen erkannt, erlöst und an den Ort zurückgebracht haben, an den sie gehören. Dann sind wir frei, können mit den Sternen tanzen und einen tanzenden Stern gebären. Für den, der das Ganze ist, gibt es keine Trennung in oben und unten, innen und außen, Himmel und Erde.

Ich möchte jedem dafür offenen Leser zu einer Kombination von Traumdeutung und Horoskopdeutung raten, da diese sich gegenseitig befruchten. Beide Methoden dienen der Selbsterkenntnis, Selbsterziehung und Selbstverwirklichung. Beide befassen sich mit Symbolen und Archetypen. Das Geburtshoroskop und die Träume sind individuelle Geschenke des Lebens an uns – verpackt in eine zeitlose Symbol- und Bildersprache, die seit Jahrtausenden unberührt geblieben ist von gesellschaftlichen, politischen und religiösen Prägungen, von Zeitgeistströmungen und menschlicher Moral. Wollen wir ihre Symbolsprache verstehen, deuten und für unser Leben nutzbar machen, müssen wir sie durch Beobachtung, Erfahrung und Anwendung lernen.

Der rechte Umgang mit der Astrologie und dem Horoskop kann uns zusammen mit der Traumdeutung dabei helfen, uns als das zu erkennen, was wir von Natur aus sind – und nicht als das, was wir sein möchten oder zu sein glauben. Indem wir die archetypischen Kräfte begrüßen und ihnen bewusst die Tür öffnen, erhalten wir die Möglichkeit, sie in unser Leben und Bewusstsein zu integrieren.

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Traumdeutung – Traumsymbole

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Willkommen,

Martin Luther King, Dschuang Dsi, Abie Nathan, ABBA, John Lennon – sie alle hatten einen großen Traum, der ihr Leben beflügelte und ihnen die Kraft zur Verwirklichung gab. Ein Traumerlebnis kann ausreichen, dem Leben eine ganz neue Richtung und Grundlage zu geben.

Vor drei Jahren träumte ich, ein eBook über Träume und Traumdeutung zu schreiben, den Inhalt auf der Internet-Plattform als kulinarisches Stern- und Traumbuffet in mundgerechten Portionen anzubieten. Meine Berufung zur Sterne-Köchin sei einstimmig beschlossen. Ich habe täglich für Qualität, Güte und Frische zu sorgen.

Es ist angerichtet! Ich bitte zu Tisch!
Jeder wissensdurstige und erkenntnishungrige Gast kann sich am Traum-Buffet gemäß seinen Vorlieben und Mitteln selbst bedienen, die nächtlichen Botenstoffe probieren, sich Appetit holen auf die Kommunikation mit den interstellaren Welten seines Seelenraums. Es geht hier nicht um Konsumierung, Fütterung und Sättigung, sondern um die Selbstspeisung nach Art eines Feedbacks.

Essen ist Mahlzeit.
Essen ist Begegnung, Konfrontation, Auseinandersetzung mit dem Leben.
Essen ist Schicksal. Geschick. Gericht. Gerichtetes.

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Jeden Tag bekommen wir unsere „Portion Leben“ vorgesetzt, essen und trinken die Welt, nehmen sie in kleinen, für uns fassbaren Portionen auf. Unsere Träume reflektieren uns, wie wir mit dem Aufgetischten und Angerichteten umgehen. Nicht immer sind wir gewillt, das Vorgesetzte oder vor uns Hingestellte anzunehmen. Nach welchen Kriterien entscheiden wir, treffen wir unsere Wahl? Und wie essen wir? Schlingen wir alles ungeprüft in uns hinein oder picken wir die Rosinen heraus? Wie mag es schmecken? Wie duftet es? Welche Farben nehmen wir auf? Wir entscheiden, ob wir uns bewusst mit dem Vorgang des Essens auseinandersetzen oder ob wir das Aufnehmen, Verarbeiten und Ausscheiden des Essens dem Unbewussten überlassen, das heißt, dem Anderen und Fremden, dem Rest der Welt und allen Organen oder Zellen, von denen wir uns getrennt fühlen.

Meine Philosophie

Träume kommen im Schlaf zu uns, aus der Welt des Ewigen, in der alles untrennbar miteinander verwoben ist, Vergangenes und Zukünftiges, Persönliches und Kollektives, Irdisches und Kosmisches. Traumleben und Wachleben sind eine untrennbare Einheit, auch wenn sie uns getrennt erscheinen. Wie die Erfahrung des Menschseins von Licht und Schatten, Innen- und Außenwelt, ist auch das Leben doppelt. Was im Außen erscheint, ist die Spiegelung aus der Welt des Seins. Wir selbst sind die Schöpfer unserer Wirklichkeit, erschaffen sie nach den inneren Bildern und fügen sie zu einem Ganzen zusammen.

Für die Entschlüsselung der Traumsymbole gibt es keine fertigen Patentrezepte, da jedes Symbol bei jedem Menschen andere Erinnerungen und Assoziationen frei gibt. Und doch gibt es in der Symbolsprache allgemeingültige Entsprechungen auf der inneren Ebene, die den noch Ungeübten zu einem Verstehen ihrer Träume und zur Ordnung ihrer inneren Angelegenheiten dienen können – wenigstens so lange, bis sie sich auf ihre Intuition, ihr Bauchgefühl und ihre kreative Fantasie verlassen können.

Es ist hilfreich, sich gegenseitig die Träume zu erzählen, sie regelmäßig aufzuschreiben und sie auf eine kreative Art wiederzuerleben. Auf diese Weise üben wir uns darin, die Verbindung mit der Welt des Seins aufrechtzuerhalten, aus der die Träume zu uns kommen. So wie der Traum selbst eine Brücke zwischen Nacht- und Tagwelt, zwischen Schlaf und Wachsein ist.

Der Traum – ein Spiegel der Seele.
„Erzähle mir deinen Traum – und ich sage dir, wer du bist“.

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Träume können Leben retten

Ein guter Zugang zum intuitiven Traum- und Bauchwissen kann sich mitunter als lebensrettend erweisen. Ich erinnere an das Erdbeben und den Tsunami vom Dezember 2004 im Indischen Ozean. Viele Menschen wurden durch Träume vorgewarnt, wenige nahmen sie ernst und konnten sich rechtzeitig zurückziehen. Auch das kleine Volk der Moken im Grenzgebiet von Thailand und Burma hat die Katastrophe überlebt, da ihr Anführer vorher durch drei Träume gewarnt worden war. Da die Moken immer im Einklang mit der Natur und dem Meer gelebt haben, konnten sie auch die Zeichen der Natur erkennen: das Schweigen der Hunde, das Kreischen der Krähen, den plötzlichen Rückzug des Meeres. In der mündlichen Überlieferung ihrer Vorfahren ist auch die Rede von einer »Riesenwelle, die Menschen frisst«. Die Moken retteten nicht nur sich selbst, sondern brachten auch die dort lebenden Touristen in Sicherheit. Und zumindest ihr Anführer erkannte den dahinter liegenden Sinn der Katastrophe. Dies sei eine dringend notwendige Reinigung für den Planeten gewesen – und nicht die letzte.

Solange größtenteils der Materialismus in unserem Bewusstsein vorherrscht, der das Licht der Seele verfinstert und die schöpferischen Kräfte der Wandlung unterdrückt, halte ich es für notwendig, öffentlich in Büchern und Vorträgen auf die lebenswichtige Bedeutung des Träumens aufmerksam zu machen. Ich möchte mit meinen Beiträgen zum Thema Horoskop- und Traumdeutung alle Reisenden stärken, die sich für einen Weg im Einklang mit ihrer Seele entschieden haben. Alleinstehend inmitten eines Umfelds, das konservativ bis konservierend auf dem Status quo beharrt, werden sie oft angefeindet, da sie beim Tanz ums »Goldene Kalb« nicht mitmachen. Jedes Buch und jeder Blog über Träume und Symbole trägt dazu bei, die Grenze zwischen der unsichtbaren Welt des Seins und der sichtbaren Welt des Werdens durchlässiger zu machen. Jedes neue Traumbuch ist ein Zeichen der Wertschätzung der einen Weltseele und eine Hommage an die Schönheit der Schöpfung.

Fang deinen Traum – bevor er dir entwischt!“

»Catch your dreams before they slip away«
Rolling Stones: Ruby Tuesday

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Gute Voraussetzungen für das Erlernen der Symbolsprache und ein befriedigendes Übersetzen der inneren Traumbilder in sinnvolle Botschaften sind

  • der Wille, sich vom einseitigen Zwang der kausalen Welt zu befreien,
  • eine offene, vorurteilsfreie Einstellung zu den Traumbotschaften,
  • eine tiefe Sehnsucht nach dem Erleben von Einheit, Ganzheit und Synthese.

Mit dieser inneren Einstellung öffnen wir uns gleichzeitig für die Intuition, stärken das Vertrauen in unser Bauchgefühl und geben dem größeren Ich (dem Selbst) die Möglichkeit, über den Traum ein Gespräch mit dem kleinen Ich zu führen. Träume sind Selbstgespräche. Erzähler, Zuhörer und Deuter sind wir selbst. Wo der Traumschöpfer es für notwendig hält, wird er uns mit Symbolen aus anderen Kulturkreisen konfrontieren. Wir werden reich beschenkt, wenn wir diesem Hinweis folgen und uns ein breit gefächertes Kulturwissen und Symbolverständnis aneignen.

Mit der Zeit und der inneren Reife wachsen wir in eine neue erweiterte Identität und in ein neues Bewusstsein hinein, die uns mit Sinn und einer glühenden Vorfreude auf Kommendes erfüllen – die Erfahrung von Ganzheit oder Einheit, etwa im philosophischen Sinne der Leibniz’schen Monade, deren Ichpunkt des Bewusstseins die ganze Menschheit, das ganze Leben des Planeten und schließlich das ganze All umfasst. C. G. Jung prägte für diese Bewusstseins-Entität den Begriff des Selbst.

Wer nach sinnvollen Antworten für seine Träume und inneren Erfahrungen sucht und nach einer integrativen Methode des Umgang mit seinen Träumen, wer den Mut hat, das Paradoxe und Gegensätzliche als Einheit zu erleben und sich nicht mehr am Entweder-oder aufreiben will, kann auf diesen Seiten Antworten, Vorschläge, Inspiration, Erbauliches und hoffentlich auch neuen Stoff für die Wandlung seiner Seelensubstanz finden. Denn:

Der Stoff, der im Traum behandelt, gewandelt und geläutert wird,

ist nichts anderes als unsere eigene Seelensubstanz –

unendlich

grenzenlos

leer

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